Symposium "Tierbegleitete Therapie – Seelenheil für Mensch und Tier"

21 Nov 2017

Symposium „Tierbegleitete Therapie – Seelenheil für Mensch und Tier“

Am 17.11.2017 hat die Akademie Heiligenfeld zum Symposium „Tierbegleitete Therapie – Seelenheil für Mensch und Tier“ eingeladen. Rund fünfzig Interessenten, die sich aus einweisenden Ärzten, Psychologen, Tierärzten und weiteren tiernahen Berufen zusammengesetzt haben, nahmen daran teil.

Dr. Cristina Pohribneac, Chefärztin der Parkklinik Heiligenfeld und Bianca Reiß, Klinikmanagerin der Parkklinik Heiligenfeld, führten durch die Veranstaltung. Prof. Dr. Thilo Hinterberger vom Universitätsklinikum Regensburg ergänzte das Symposium mit dem Vortrag „Forschungsergebnisse der tierbegleiteten Therapie in den Heiligenfeld Kliniken“.

Ein Schlüsselerlebnis von Bianca Reiß, selbst Besitzerin von vier Hunden, brachte sie 2014 zusammen mit Dr. Galuska, Mitgründer und Vorsitzender der Geschäftsführung der Heiligenfeld Kliniken, auf die Idee, eine Psychotherapie für Menschen anzubieten, in die auch das Haustier – vornehmlich der Hund – mit eingebunden wird. Wenn Hundebesitzer psychisch leiden, spüren das auch die Vierbeiner. Die Ziele der Tierbegleiteten Therapie, abgekürzt „TBT“, in der Parkklinik Heiligenfeld sind deshalb klar: Neben der Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung spielt auch die Gesundung und Unterstützung des Menschen unter Mitwirkung des eigenen Tieres als Ressource eine tragende Rolle für den nachhaltigen Erfolg der „TBT“.

Cristina Pohribneac referierte über die Inhalte der Tierbegleitete Therapie in der Parkklinik Heiligenfeld. Für sie ist der Bezug zum Hund und dessen Erziehung entscheidend. Deshalb werden in die Therapie sowohl eine Tiertherapeutin als auch eine ausgebildete Hundetrainerin involviert. Unter anderem sollen Hundebesitzer so wieder lernen, die Position des Rudelführers einzunehmen. Das Therapiekonzept der TBT setzt sich aus einer Indikationsgruppe mit anderen Hundebesitzern, psychologischen Einzelgesprächen, Einzelstunden mit dem Hundetrainer und allgemeiner Bewegungstherapie zusammen. Es werden unter anderem Themen wie „Der Hund als Spiegel der Seele“, „Führen und Folgen“ oder auch „Tier im Familiensystem“ behandelt. Am Ende ihres Vortrags leitete Cristina Pohribneac auf die bisherigen Ergebnisse der Tierbegleiteten Therapie über, welche in einer gemeinsamen Studie des Universitätsklinikums Regensburg und den Heiligenfeld Kliniken evaluiert wurden.

Verantwortlich für die Studie war Prof. Thilo Hinterberger. Ermittelt wurden die vorgestellten Forschungsergebnisse anhand eines Fragebogens, den alle TBT-Patienten, die in dem Zeitraum von März 2015 bis Oktober 2017, in der Parkklinik Heiligenfeld waren, ausfüllten. Über 85 Prozent der Patienten, die ihren Hund in die Therapie mit einbeziehen, sind Frauen. Mehr als 96 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihre Gesamtsituation nach der „TBT“ sehr stark bzw. stark verbessert hat. Auch die psychische Veränderung wurde als durchwegs „überdurchschnittlich positiv“ wahrgenommen. Thilo Hinterberger stellte zudem fest, dass vor allem Menschen mit Angst- oder Zwangsstörungen von der „TBT“ profitieren können.

Die restliche Zeit des Tages verbrachte man mit interaktiven Workshops zu den Themen „Versteh ich Dich – versteh ich mich“ und „Was gibt mir das Tier“.

Die Parkklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen bietet Krankenhausbehandlung für psychische und psychosomatische Erkrankungen für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler an. Die Tierbegleitete Therapie wird seit März 2015 praktiziert. In Deutschland ist dieses Konzept bisher einzigartig.

Foto (Sebastian Bünner): Bianca Reiß, Prof. Dr. Thilo Hinterberger, Dr. Cristina Pohribneac (v.l.n.r.)