EMDR-Ausbildung Einführungskurs + Praxistag

Datum/Zeit
Termin: 23.02.18 - 25.02.18
Uhrzeit: 14:00 - 17:30

EMDR – Ausbildung

EMDR – Ausbildung

Interdisziplinäre Fortbildung

EMDR ist eine von Dr. Francine Shapiro entwickelte traumabearbeitende Psychotherapiemethode.

Obwohl EMDR auf den ersten Blick einfach erscheint, ist es eine hoch wirksame
Therapiemethode, die nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen ist. Eine Behandlung mit EMDR sollte daher nur von entsprechend fortgebildeten Psychotherapeuten durchgeführt werden.

Die EMDR-Methode folgt einem standardisierten Ablauf, der in der Regel 8 Behandlungsphasen umfasst. Es beginnt mit dem Erfassen der kompletten Vorgeschichte und Aufklärung des Klienten, dem Stellen einer Diagnose und dem Herausarbeiten der belastenden Erinnerung, die verarbeitet werden soll mit ihren affektiven, kognitiven und sensorischen Komponenten.
Die Ausbildung in EMDR verbessert erheblich die Behandlungsmöglichkeiten psychisch traumatisierter Erwachsener und Kinder und ist gut integrierbar in jedes gängige Psychotherapieverfahren.

Zur Bearbeitung der Erinnerung wird der Klient wiederholt angeleitet, kurzzeitig
mit der belastenden Erinnerung in Kontakt zu gehen, während gleichzeitig eine bilaterale Stimulation (Augenbewegungen, Töne oder kurze Berührungen z. B. des
Handrückens – so genannte “Taps”) durchgeführt wird.
Dies scheint nach allen derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen die blockierte Verarbeitung der belastenden Erinnerungen zu aktivieren und ihre zügige Verarbeitung zu ermöglichen. Dies scheint auch der Grund dafür zu sein, dass EMDR nachweislich 40% weniger Behandlungsstunden benötigt als andere bewährte Verfahren.
Nach einer erfolgreichen EMDR-Sitzung erleben die meisten Patienten eine entlastende Veränderung der Erinnerung, die damit verbundene körperliche Erregung klingt deutlich ab und negative Gedanken können neu und positiver umformuliert werden. Am Ende einer gesamten EMDR-Therapie sollten vorher belastende Erinnerungen nicht mehr als problematisch erlebt werden.

EMDR wurde zur Behandlung traumatisierter Menschen entwickelt, zeigt sich aber auch bei anderen Störungsbildern, die durch belastende Erlebnisse mit verursacht wurden, ebenfalls als wirksam, z. B. bei

  • Anpassungsstörungen,
  •  traumatischer Trauer nach Verlusterlebnissen,
  • akuten Belastungsreaktionen kurz nach belastenden Erlebnissen,
  • depressiven Erkrankungen und Angststörungen,
  • belastungsbedingten Verhaltensstörungen von Kindern und
  • chronischen komplexen Traumafolgestörungen nach schweren Belastungen in der Kindheit

Neuere wissenschaftliche Studien zeigen, dass EMDR auch in der Behandlung von
Phantomschmerzen oder der Senkung der Rückfallneigung bei Alkoholkranken wirksam ist.

Zur Qualitätssicherung und zum Schutz der Klienten wurden weltweit und in Deutschland EMDR-Fachgesellschaften gegründet (z. B. EMDRIA Deutschland, EMDR-Europe und EMDRIA-USA), die die Ausbildung und Ausübung der EMDR-Methode mit klaren Qualitätsanforderungen und Ethikrichtlinien regeln. EMDRIA Deutschland hat heute über 1800 ausgebildete und zertifizierte EMDR-Therapeuten als Mitglieder.

Fortbildungsbausteine:

1. Einführungs-Seminar und Praxistag
Während unseres zweieinhalb-tägigen Einführungs-Seminars erlernen Sie die Anwendung der EMDR-Methode: traumaspezifische Diagnostik, Indikationen und Kontraindikationen, die acht Phasen der EMDR-Behandlung. Die praktische Anwendung des EMDR wird in Kleingruppen unter Anleitung erfahrener EMDR-Supervisoren eingeübt. Nach dem Seminar können Sie EMDR bei eigenen Behandlungen einsetzen.
Am Praxistag werden die Grundlagen theoretisch und praktisch (in supervidierten Kleingruppen) vertieft und erste eigene Erfahrungen besprochen.

2. Supervision eigener Behandlungen mit EMDR
Für den zweiten Ausbildungsschritt bietet Ihnen die „EMDRIA-Fachgesellschaft“ Deutschland bundesweit Supervisionsmöglichkeiten durch erfahrene EMDR-Supervisoren an.

3. Fortgeschrittenen-Seminar (bitte extra buchen)
Während unseres zweieinhalb-tägigen Fortgeschrittenen-Seminars wird die erweiterte Form der EMDR-Methode, die vor allem in der Behandlung chronisch traumatisierter Patienten erforderlich ist, erläutert und ihre Anwendung in supervidierten Kleingruppen praktisch eingeübt: der Umgang mit Blockaden im Prozess, kognitives Einweben, Ressourcenzentrierte EMDR-Techniken. Erweiterte Anwendungsmöglichkeiten des EMDR bei bestimmten Patientengruppen (z. B. Angststörungen, dissoziative Störungen, Akuttrauma, traumatisierte Kinder und Jugendliche) werden ebenfalls vorgestellt.

Zielgruppe / Voraussetzung zur Teilnahme:
Abgeschlossene Ausbildung als Ärztlicher oder Psychologischer Psychotherapeut oder als approbierter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut.

Anerkennung:
Fortbildungspunkte werden bei der Bayerischen Landesärztekammer bzw. der
Psychotherapeutenkammer beantragt. (pro Seminar ca. 20 – 30 Punkte). Mit dem Besuch der EMDR-Seminare erwerben Sie sich eine Teilvoraussetzung zur Erlangung der Abrechnungsgenehmigung für EMDR durch die KV.

Struktur der Fortbildung:
Die 3 Module der EMDR-Ausbildung bauen aufeinander auf und werden einzeln gebucht. Somit können sie dem individuellen Lernrhythmus angepasst werden. Die Seminare bestehen aus Theorieteilen, Live- und Videodemonstrationen sowie Übungen und Selbsterfahrung in Kleingruppen unter Anleitung eines erfahrenen EMDR-Supervisors.
1. Tag 14:00 – 20:00 Uhr, 2. Tag 9:00 – 18:15 Uhr, 3. Tag 9:00 – 17:30 Uhr

Praxistag: 14.04.2018 von 9:00 – 17:00 Uhr


Preis: 750 EUR


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Kursleitung: Dr. Maria Lehnung

Dr. Maria Lehnung

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Veranstaltungsort
Seminarhaus der Akademie Heiligenfeld

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