22 Nov 2018

Achtsamkeit in der Beziehungsgestaltung mit Tango Argentino – Interview mit der Referentin Christa Eichelbauer

Frau Dipl.-Psych. Christa Eichelbauer wird vom 30.11. – 02.12.2018 zusammen mit Frau Maude Andrey das Seminar „Achtsamkeit in der Beziehungsgestaltung mit Tango Argentino“ in der Akademie Heiligenfeld referieren.
In einem kurzen Interview schildert uns Frau Eichelbauer, welche Inhalte das Seminar bietet und was Sie als Teilnehmer erwarten wird.

Frau Eichelbauer, wie werden die alltäglichen Kommunikations- und Beziehungsmuster in ihrem Seminar genau erlebbar?

Tango ist bewegte Begegnung und getanzte Beziehung und Kommunikation. Was wir an inneren Mustern in uns tragen, kann ins Bewusstsein kommen: Indem wir mit der Übung am Tango auch Achtsamkeitsübungen und Meditation verbinden, direkt im Moment des Miteinanders, des Tanzens und der bewegten Interaktion. Da die Erfahrung auf der Ebene des Körpers stattfindet, die zum Teil immer auch unbewusst ist und die damit die Verbindung ins Unbewusste schafft, können dort Verbindungen entstehen, anhand derer uns plötzlich etwas über uns selbst klar wird. Zum Beispiel in Form eines Gedankens, eines Gefühls eines inneren Bildes, einer Erinnerung, die sich auf einmal in ein stimmiges Bild fügt, einer Körperwahrnehmung oder auch in ganz anderen Formen.

Wir bekommen oft Rückmeldungen von Teilnehmern über „Aha-Erlebnisse“, weil sie plötzlich im getanzten Dialog etwas über sich verstanden haben. Ein Teilnehmer sagte einmal: „An diesem einen Wochenende mit Tango wird mir mehr bewusst über mich, als in einem ganzen Jahr Therapie“.

Um welche Muster es geht und was genau an Erfahrung möglich ist, ist höchst individuell und hat auch damit zu tun, wie sehr jemand schon geübt ist, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

 

Wie wirkt sich der körperbezogene Dialog mithilfe von Tango Argentino auf die persönliche Beziehungsgestaltung aus?

Das hat viele Facetten. Kommunikation verläuft per se anders, vielleicht vertieft, empathischer, präsenter und dadurch auch potenziell genussvoller, wenn man gut in seinem Körper verankert ist. Der Tango und die Achtsamkeit, die der Tango erfordert, führen uns genau dorthin – zu einer sensiblen Wahrnehmung dessen, was in uns vorgeht, auf allen Ebenen, körperlich, emotional und auch mental, und zu einer Verankerung im und Bewusstheit für den eigenen Körper. Je mehr wir uns darin entwickeln, umso mehr kann es auch zu einer sensibleren Wahrnehmung des Gegenübers kommen, auf all diesen genannten Ebenen.

Handlungen und Verhaltensweisen, die sich auf einer solchen Grundlage von Achtsamkeit entwickeln, können nicht anders als vertieft auf den Anderen bezogen sein. Es geht um Verbindung, Bezogenheit – letztlich Liebe, und die Frage, wieviel davon in unseren täglichen Kontakten spürbar wird. Diese Vertiefung in einer Haltung der Achtsamkeit und der liebevollen Präsenz ist ein Übungsweg, der auch von Wiederholung lebt. Der Tango ist wie ein Spiegel auf diesem Weg. Was uns dabei über uns selbst bewusst wird, kann zugleich verändern, wie wir dem Anderen begegnen – vielleicht mit etwas mehr innerer Distanz zu eigenen inneren Impulsen, die sonst zu Störungen im Innen und Außen führen können oder mit etwas mehr Distanz zu Impulsen, die vom Anderen kommen und durch die wir uns sonst aus der Ruhe hätten bringen lassen. Vielleicht etwas mehr in einer Haltung der liebevollen Aufmerksamkeit oder mit etwas mehr Mitgefühl, ohne dabei die eigene Position zu verlieren. Die Auswirkungen sind ganz individuell, so verschieden, wie wir Menschen sind und was wir an Mustern mit uns tragen.

 

Wem empfehlen Sie die Teilnahme an diesem Seminar? Ist die Teilnahme ohne Partner ebenfalls empfehlenswert?

Jeder, der neugierig auf Tango ist und darauf, sich selbst mit Hilfe des Tango ein wenig auf die Spur zu kommen, kann am Seminar teilnehmen. Einen Partner braucht man dazu nicht – es sind Paare und Einzelanmeldungen gleichermaßen willkommen. Im Seminar werden die Teilnehmer eingeladen, Rollen und Partner immer wieder zu wechseln, so dass Erfahrungen aus vielfältigen Perspektiven möglich werden können.

 

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