5 Apr 2019

Cristina Pohribneac über die mehrmodulige HSP-Ausbildung für den Umgang mit hochsensiblen Personen

Frau Doctor medic U.M.F. Cluj-Napoca Cristina Pohribneac, Chefärztin der Parkklinik Heiligenfeld und Referentin der Akademie Heiligenfeld in Bad Kissingen, bietet Mitte Mai die mehrmodulige Hochsensibilität Ausbildung für Ärzte, Psychologen und Therapeuten an, welche dabei unterstützen soll, Menschen mit einer feinen Wahrnehmung in der Praxis zu begleiten.

Weshalb ist eine explizit auf die Hochsensibilität ausgerichtete Ausbildung so wichtig?
Heutzutage kommen immer mehr Menschen in die psychotherapeutische Praxis mit der Frage, ob sie hochsensibel seien. Es braucht deshalb gut ausgebildete Therapeuten, die diese Menschen begleiten können. Die Hochsensibilität ist ein Begriff, der erst in den letzten Jahren auf dem Markt gekommen ist und öfters noch fälschlicherweise als „Empfindsamkeit“, statt „Empfindlichkeit“  verstanden wird. Dank der wissenschaftlichen Forschung, was u. a. auch die Heiligenfeld Klinik macht, haben wir heute objektivere Daten über dieses Persönlichkeitsmerkmal. Studien haben gezeigt, dass jeder fünfte Mensch eine erhöhte Sensibilität hat, was als ein Wesenszug und nicht als eine Störung oder Erkrankung zu verstehen ist. Es sind die intuitiven, empathischen Menschen unter uns. Die HS-Personen nehmen Sachen in ihrer Umwelt wahr, die andere Menschen nicht wahrnehmen können. Sie reagieren auf kleinste Veränderungen und verarbeiten aufgenommene Informationen tiefer und intensiver. Sie haben eine hervorragende Intuition und eine hohe emotionale Intelligenz und soziale Kompetenz. Die Reizschwelle liegt tiefer und kann schneller zu Reizüberflutung führen, wenn nicht genug Zeit und innere Bereitschaft für die Verarbeitung und Integration der Informationen zur Verfügung steht. Die HS-Menschen, die Verarbeitungsprobleme haben, können „verbrennen“ und nach einer längeren Zeit kann sich ein Burnout, Depression, Panik-/Angststörung oder eine andere psychosomatische Störung entwickeln.

Was sind die zentralen Lerninhalte? Welches „Werkzeug“ geben Sie den Teilnehmern für die alltägliche Praxis mit hochsensiblen Person an die Hand?
Die Ausbildung bietet drei zentralen Bausteine an:

  1. die Bewusstwerdung über die verschiedenen Aspekten der HS (Was ist die HS? Umgang mit Stress; das Besondere in der HS-Beziehungsgestaltung; gesundes Arbeiten; das eigene Potenzial in Ausdruck bringen, die Beziehung zu sich selbst stärken und sich neu unter dem HS-Aspekt verstehen und erfinden; Spiritualität als Ressource für die HS-Menschen)
  2. einen besseren Umgang mit den Verarbeitungsproblemen lernen (Wahrnehmung/Schulung für Reize und Abgrenzung, Fertigkeiten für eine bessere Emotion; Erdung und Zentrierung, Intuition, Schulung etc.)
  3. spezielle Fertigkeiten für die Therapeuten entwickeln: Achtsamkeit und Selbstmitgefühl Training, Seelen-Verankerung als spezifisches Werkzeug für die Arbeit mit den HS Menschen

Wie ist die Ausbildung generell konzeptioniert?
Die Ausbildung verbindet Theorie-Elemente mit praktischen Übungen für die Arbeit mit HS-Menschen, die in der Selbsterfahrung gelernt werden. Begleitend dazu werden spezielle Skills für diese  Arbeit trainiert. In den Modulen 4 und 5 werden supervisorische Fragen bearbeitet. Die Teilnehmer bilden Peergroups, die in der Zeit zwischen den Modulen sich via Skype treffen, um gemeinsam zu üben und sich gegenseitig in der Praxis zu unterstützen.

Weitere Informationen zu den Modulen 1-3 finden Sie hier.
Erfahren Sie hier mehr über die Module 4 und 5.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen