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Das Geschenk der Krise

Chance für hochsensible Menschen
Zurzeit gehen wir Menschen durch einen Verwandlungsprozess. Dies zeigt sich durch die vielen ehrenamtliche Helfer und in Angesicht von Freiheitsbeschränkung und Bedrohung vor Lebensfreude singenden Italiener. Durch die sich täglich veränderten Informationen und Maßnahmen der Behörden, sowie den Meinungen und Veröffentlichungen in den Medien fühlen sich die Menschen verunsichert. Die radikalen Veränderungen der bekannten Alltagsabläufe, dem Entzug der sozialen Kontakte und dem Ich-in-der Welt-Sein-dürfen führen zu einer tiefen Erschütterung.

Wir alle gehen durch einen Schockzustand, was bei dem einen zu einer Erstarrung oder zur Angst, oder aber zu einer aktiven bewussten Haltung zu gestalten und das Beste darauf zu machen, führt. Was uns im Außen Halt gegeben hat, wie zum Beispiel die Arbeit, Hobbys und Freunde, verändert sich und der innere Halt kommt ins Schwanken. Auf sich selbst gestellt, kommen die Fragen auf: Was mache ich jetzt? Was mache ich mit mir? Im Alltag war nicht die Zeit an sich zu denken, die eigenen Bedürfnisse und Ängste zu erforschen und nachzugehen, den Sehnsüchten zu folgen. Was ist wirklich wichtig für mich? ist die Frage, die zum „Aufwachen“ beiträgt. Wie möchte ich mein Leben nun zukünftig gestalten? Es ist nun an der Zeit, die Art wie wir die Welt (neu) erleben zu hinterfragen, zu überdenken und auch neu zu erfinden. Es kann sein, dass wir als Menschheit an einer Abzweigung des Weges stehen: Gehen wir weiter in die Richtung der eigenen Interessen oder beschreiten wir den Weg des globalen Mensch-seins im Einklang mit einer gesunden Erde? Es ist ein Prozess, der Zeit braucht und lohnt sich bewusst zu machen. Zwischen den Partiellen alten Struktur-Verlusten und des sich neu Erfindens ist erst einmal ein „nicht wissendes Land“, in denen die Menschen tastend und vorsichtig den Erkenntnissen und Erfahrungen nähern, bis Licht am Ende des Tunnels erscheint und den Weg weist und Strukturen neu entstehen können.

Für hochsensible Menschen ist die Krise mit Reizüberflutung verbunden. Der Verlust der Sicherheit, der Kontrolle und der Selbstbestimmung, kann existentielle Ängste hervorbringen und zu einem Gefühl des verloren seins, Macht- und Hilflosigkeit führen. Bei einigen hochsensiblen Menschen, werden zudem Kindheitsgefühle der Andersartigkeit, Trennung und fehlender Zugehörigkeit dadurch aktiviert. Sich darüber bewusst zu werden und den Kontakt zu sich und den anderen Menschen zu fühlen, führt zu der Rückbindung an sich selbst, an die eigene Kraft und Klarheit.

 

Präsenzübung „Hand aufs Herz“
Legen Sie ihre Hand aufs Herz und spüren Sie für 1 bis 3 Minuten die Kontaktfläche zwischen der Hand und Ihren Brustkorb.  Nehmen Sie die Körperempfindungen wahr: vielleicht Wärme oder Kälte, oder ein leichter Druck, oder Vibrationen etc.. Wenn Gedanken oder Gefühle, oder Geräusche von außen in Ihre Aufmerksamkeit vordringen, nehmen Sie das auch wahr und kommen Sie mit Ihre Aufmerksamkeit zurück zu den Körperempfindungen – es geht hier um das Spüren. „Wer inne hält, erhält inneren Halt“ sagte vor mehr als zweitausend Jahren Laotse.

 

Bleiben Sie verbunden
Die Verbindung in der Gemeinschaft – schon der virtuelle Kontakt kann sehr hilfreich sein -, das Geben und Annehmen von Hilfe, die Menschlichkeit zu spüren, schmelzt die Erstarrung und verringert die Ängste. Im Kontakt spüren wir, dass wir nicht allein sind, jeder gibt Halt und bekommt Halt. Das ist genau das, was hochsensible Menschen können: Sie fühlen was die anderen fühlen, sie geben was gebraucht wird, sie können blitzschnell Lösungen für ungewöhnlichen Problemen finden. Gerade hochsensible Menschen können einen wertvollen Beitrag zu mehr Menschlichkeit, zurück zu einem Wir leisten. Es kann ein bereicherndes „zurück zu Wir “ sein. Zurück zu mehr Zeit für Beziehungen mit anderen Menschen, zu bewusstem Leben mit einer guten Balance zwischen Ich und Wir und zur Natur. Es sind die inneren Kräfte, die jeder in sich trägt und die uns geholfen haben, Naturkatastrophen, Kriege und Pandemien zu überleben und uns weiter zu entwickeln. Ja, wir bezahlen einen hohen Preis für unseren nächsten Entwicklungsschritt und genau jetzt haben wir die Chance als der Phoenix-Vogel aus der eigenen Asche in unsere neue Form geboren zu werden.

Dr. Cristina Pohribneac. 20.03.2020

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