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Erfinde deinen eigenen Feiertag: Tag der Einsamkeit

Unter den kuriosen Gedenktagen wird am 26.03.2020 der Tag „Erfinde deinen eigenen Feiertag“ gelistet. Wir finden, es müsste einen Tag der Einsamkeit geben.

Was ist Einsamkeit?
Einsamkeit ist ein gesellschaftliches Tabu. Einsamkeit trifft Menschen jedes Alters und in jeder Lebenssituation, und dennoch ist es kein Thema, über das man spricht.
Wie würde ein einsamer Mensch das Gefühl der Einsamkeit beschreiben? Eine Antwort, die mir gegeben wurde, war: Es ist eine tiefe innere Leere, ein inneres Getrenntsein mit der schmerzhaften Sehnsucht, dem innigen Wunsch in Verbundenheit zu leben.

Heike Edelmann-Lang beschreibt es im Blogbeitrag „Warum bin ich ganz allein?“ so:
„Einsamkeit ist nichts, was man sich wünscht. Es ist nichts, was man forciert oder anstrebt. Es ist keine Auszeit, die man sich aussucht. Im Gegensatz zum bewussten Allein- oder „Für-sich-sein“, ist die Einsamkeit etwas durch und durch Negatives. Sie ist eine erzwungene Ruhe, eine Isolation, die uns weder glücklicher noch gelassener macht. Im Gegenteil: Einsamkeit schürt Unzufriedenheit, Niedergeschlagenheit, ja, sogar Verzweiflung! Einsamkeit kann uns psychisch und physisch krank machen.“

Wie kommt es zu Einsamkeit?
Wenn wir aus unserem sozialen Umfeld gerissen werden, wenn wir von Eltern, Geschwister, Freunde, Kollegen und Nachbarn getrennt werden, ist das eine schmerzliche Trennung aber eher ein Alleinsein als Einsamkeit. Einsamkeit ist ein schleichender Prozess mit Aufgabe von Beziehungen oder Vernachlässigen von Kontakten, ohne die entstehende Lücke wieder zu schließen. Vielen fällt dies nicht auf, da meist zu einer Person Kontakt gehalten wird. Geht diese Person dann auch noch, zum Beispiel durch Wegzug, Trennung oder Todesfall oder hat diese Person dann einfach nur weniger Zeit durch eigene Familiengründung oder neuem Freundeskreis, dann kommt es zum Gefühl der Einsamkeit.

Welche Folgen hat die Einsamkeit?
Wenn das unfreiwillige Alleinsein zu lange dauert, kann es auch krank machen. Angststörungen und Depressionen sind bei einsamen Menschen deutlich häufiger. Umgekehrt bedeutet es auch, dass Menschen die durch Krankheit nicht mobil und isoliert sind, ein höheres Risiko haben einsam zu werden. Einsame Menschen entwickeln zum Teil ein zwanghaftes, irrationales Verhalten und entfremden sich von ihrem Umfeld. Weil sie sich der Lebenssituation ausgeliefert fühlen, werden sie immer pessimistischer und sehen manchmal keinen Sinn mehr in ihrem Leben.

Was kann ich gegen Einsamkeit tun?
Auch hier möchte ich auf den Artikel „Warum bin ich ganz allein?“ von Heike Edelmann-Lang verweisen:
„Seine sozialen Fähigkeiten zu hegen und zu pflegen ist die ultimative „Waffe“ gegen die Einsamkeit. Wer sich nicht adäquat mitteilen und auf andere eingehen kann, bleibt leider oft allein. Im Grunde ist es so: Wer sich Freunde wünscht, muss lernen ein guter Freund zu sein – und zwar nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst! Am Anfang steht dabei die Selbstakzeptanz, die einem hilft, sich mehr zu wertschätzen und entsprechend auch unabhängiger von den Meinungen anderer zu machen. Wenn man ein positives oder zumindest neutrales Selbstbild entwickeln kann, kann man auch sein Umfeld (im wahrsten Sinne des Wortes) „besser“ wahrnehmen und unvoreingenommener auf andere Menschen zugehen.“

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Würdigen wir diese mit einem Tag der Einsamkeit, wie sehr ihr das?