Familientherapie

Familientherapie Symposium – Frau Dr. Kingsbury im Interview

Vom 09.04.21 – 10.04.21 findet das Familientherapie Symposium in der Akademie Heiligenfeld statt. An diesen zwei Tagen wollen wir Ihnen eine Vielfalt an Vorträgen, Workshops und Raum für Austausch anbieten, in denen Impulse für individuelle Ansätze im Bereich der Familientherapie für Ärzt*innen und Therapeut*innen sowie fachlich Interessierte gegeben werden. Unser Ziel ist es dabei, die Familientherapie aus vielen Blickwinkeln zu beleuchten und ein fachlich fundiertes und praxisorientiertes Bild der multimodalen und integrativen therapeutischen Möglichkeiten entstehen zu lassen.

Um Ihnen interessante Einblicke vorab geben zu können, haben wir eine kleine Interview-Reihe mit Referent*innen des Familiensymposiums 2021 vorbereitet. Die Referentin Frau Dr. Kingsbury ist Leitung des Symposiums und wird  den Vortrag „Vom Glücklich sein in Familien. Bindung und Beziehung in der stationären Familientherapie“ halten.

Im folgenden Interview gibt uns Frau Dr. Kingsbury einige Eindrücke aus ihrer Arbeit mit Familien.

 

1. Was dürfen die Zuhörer/Teilnehmer Ihres Vortrags/Workshops erwarten?

Im Vortrag gehe ich auf die Behandlungsmöglichkeiten für Familien im stationären Kontext einer psychosomatischen Klinik ein. Ein Schwerpunkt des Vortrages ist die Darstellung des Waldmünchner Modells, dass psychisch erkrankten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Therapie in einer therapeutischen Gemeinschaft ermöglicht.

 

2. Wo liegt der Schwerpunkt in Ihrer täglichen Arbeit und wie lange beschäftigen Sie sich bereits mit der Behandlung von Familien?

Seit 2007 arbeite ich in der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen. Zunächst war ich Bezugstherapeutin in der Gruppe Eltern/kleine Kinder. Über die Jahre war ich in allen Abteilungen, also auch bei den Eltern mit mittleren Kindern, mit großen Kindern, bei den Jugendlichen und den jungen Erwachsenen. Ich habe die Familien/Patient’*innen aufgenommen und mit ihnen die Therapieziele erarbeitet. In Form von Einzel- und Gruppentherapie habe ich die Familien/Patient*innen in der Erreichung ihrer Ziele unterstützt. 2017 wurde ich Abteilungsleiterin. Damit hat sich der Schwerpunkt meiner Arbeit verändert. Neben der Mitarbeiterführung ging jetzt um konzeptionelle Themen: Welche Therapien bieten wir an? 2018 habe ich eine umfassende Therapieplanänderung geplant und umgesetzt. Wir bieten seither Multifamilientherapie an und zahlreiche kreativtherapeutische Veranstaltungen, wie Musiktherapie, Rhythmustherapie und Familieninteraktion.

Seit Februar 2020 bin ich jetzt Klinikleitende Psychologin in der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen. Damit hat sich mein Schwerpunkt nochmals verändert. Ich habe die therapeutische Endverantwortung für die Klinik. Hierzu gehört neben der Leitung des Teams auch die Patient*innenzufriedenheit und die Optimierung hausinterner Prozesse.

 

3. Für wie wichtig halten Sie es, nicht nur einzelne Familienmitglieder, sondern die Gesamtkonstellation innerhalb eines geschützten Zeitraums zu therapieren?

Wenn die Familie gemeinsam zur Therapie kommen kann, ist dies ein unschätzbarer Wert. Alle Familienmitglieder haben dann die Möglichkeit zur gleichen Zeit in einem geschützten Rahmen Veränderungen zu erleben und zu üben. Es gibt so vielfältige Wirkrichtungen innerhalb des Beziehungskomplexes Familie, dass es förderlich ist, die Veränderungen finden gemeinsam statt.

 

4. Was würden Sie als erstes verändern, um eine Erleichterung für Familien in schwierigen Situationen zu erwirken?

Die meisten Familien sind in schwierigen Situationen, weil sie schwerwiegende psychische Themen nicht alleine bewältigen können. Ich würde auf Prävention setzten: Psychische Gesundheit als Lernfach ab der 1. Klasse.

 

5. Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis aus Ihrer bisherigen Arbeit mit Familien?

Das Kinder oft ein tiefes Wissen um die Dynamik innerhalb der Familie haben und es auf kreative Art zum Ausdruck bringen können.

 

6.Welche Vision haben Sie für die Zukunft in der Behandlung von Familien?

Es gibt viele Gemeinschaftseinrichtungen und – formen in denen Familien sich therapeutische Unterstützung holen können. Dies alles findet ohne Bürokratie statt.

 

Weitere Informationen, eine Podcast-Aufnahme mit Dr. Kingsbury sowie eine Anmeldemöglichkeit zum Symposium Familientherapie erhalten Sie hier.

 

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