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Holotropes Atmen nach S. Grof – Patrick Wolf im Interview

Was können sich die Teilnehmer unter dem Begriff „Holotropes Atmen“ vorstellen? Das Holotrope Atmen ist eine wirksame Methode der Selbsterforschung und Therapie. Diese Methode kombiniert sehr einfache Mittel – beschleunigtes Atmen, stimulierende Musik und lösende Körperarbeit – und nutzt die heilende und verwandelnde Kraft eines nicht-alltäglichen Bewusstseinszustandes. Neurophysiologisch führt eine Reduzierung des Kohlendioxidspiegels zu einer verringerten Durchblutung des Großhirns, wodurch der „thalamische Filter“ das „Tor zum Bewusstsein“ weiter öffnet und Bereiche im limbischen System, dem Zentrum unserer Emotionen, stärker in den Vordergrund der Erfahrung treten lässt. Es wird körpereigenes Tryptamin freigesetzt, wozu auch der Neurotransmitter Serotonin zählt, welches Signalübertragungen in unserem Zentralnervensystem und die Tiefenökologie unserer Gefühle reguliert. Das Holotrope Atmen wurzelt in dem Verständnis, das eine „innere Heilintelligenz“ den Prozess leitet und das Vertrauen und offenes Gewahrsein im gegenwärtigen Augenblick – im Unterschied zu Kontrolle und Zielvorstellung – die beste Vorbereitung darstellen. Im Ausschreibungstext haben Sie angekündigt, dass zwei Atemsessions gemeinsam erlebt werden. Wie wird dies ablaufen? Die Gruppe der TeilnehmerInnen wird zunächst aufgeteilt, in jene die „Atmen“ und jene die „Sitten“. Man könnte von einem „Atemtandem“ sprechen. Im zweiten Durchgang wechselt die Aufgabe. Wer zuvor atmete, sittet nun und umgekehrt. Diese Struktur dient dem Aufbau eines geschützten Rahmens in einer sicheren Umgebung. Solange die Atmenden ihre „innere Arbeit“ unabhängig leisten, beobachten die Sitter nur und geben ihnen gelegentlich ein zuvor vereinbartes Signal, wenn ihre Atmung offenbar langsamer geworden ist. Die Sitter können Papiertücher reichen, wenn sie weinen oder die Nase läuft, sie bringen Wasser, wenn sie durstig sind, sie bringen eine Decke, wenn ihnen kalt ist oder sie führen sie zur Toilette und zurück. Die Facilitatoren, also die Seminarleiter, gehen umher, überwachen die Situation im Raum und achten darauf, wo besondere Hilfestellung nötig ist. Sie kommen dann zum jeweiligen Matratzenplatz hinzu und  unterstützen den Prozess beispielsweise durch lösende Körperarbeit beim „Durchgehen“ von auftauchenden „emotionalen Blockaden“. Die meisten Atemenden bewältigen das auftauchende Material allein und beenden ihre Atemsitzung in einem Zustand tiefer meditativer Entspannung. Anschließend erfolgt eine Phase des Setzenlassens und der Integration des Erlebten. In einem gemeinsamen Abschluss wird das Erlebte nachbereitet, „unabgeschlossene Gestalten“ geschlossen und differenziertere Einsichten – in sich selbst – eingebettet. Welche Erfahrungen können die Teilnehmer aus diesem Seminar mitnehmen? Holotrop bedeutet in „Richtung Ganzheit strebend“. Das Spektrum holotroper Erfahrungen ist umfangreich und höchst individuell – es zeigt sich eine erweiterte Kartographie der Psyche. Sie übersteigt oftmals biografische Bezüge. Viele beschreiben diese Erfahrungen als sehr bedeutsam. Zum einen geht von ihnen eine öffnende kathartische Wirkung aus. Zum anderen wird ein Zustand tiefer Meditation (z.B. Einheit, Entspannung, Geburt, Vision) erlebt, der im Nachklang oftmals als berührend, belebend, befriedigend und transformierend wahrgenommen wird. Weitere Informationen sowie ein Anmeldeformular zum Seminar finden Sie hier.