Symposium
Familientherapie

-Therapiekonzepte und Perspektiven in der Behandlung von Familien-

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Familientherapie

-Therapiekonzepte und Perspektiven in der Behandlung von Familien-

Symposium
Familientherapie

-Therapiekonzepte und Perspektiven in der Behandlung von Familien-

Programm

Symposium "Familientherapie - Therapiekonzepte und Perspektiven in der Behandlung von Familien"

Die Veranstaltung findet sowohl online über Zoom als auch in Präsenz vor Ort in Bad Kissingen statt. Dank diesem Konzept ist Bildung, egal ob von nah oder fern möglich und falls erforderlich, steht auch einer spontanen Umgestaltung zu einem reinen Online-Angebot nichts im Wege. 
An den beiden Veranstaltungstagen bieten wir Ihnen eine Vielfalt an Vorträgen, Workshops und Raum für Austausch, in denen Impulse für individuelle Ansätze im Bereich der Familientherapie für Ärzt*innen und Therapeut*innen sowie fachlich Interessierte gegeben werden.
Unser Ziel ist es dabei, die Familientherapie aus vielen Blickwinkeln zu beleuchten und ein fachlich fundiertes und praxisorientiertes Bild der multimodalen und integrativen therapeutischen Möglichkeiten entstehen zu lassen.

Programm

Symposium "Familientherapie - Therapiekonzepte und Perspektiven in der Behandlung von Familien"

Die Veranstaltung findet sowohl online über Zoom als auch in Präsenz vor Ort in Bad Kissingen statt. Dank diesem Konzept ist Bildung, egal ob von nah oder fern möglich und falls erforderlich, steht auch einer spontanen Umgestaltung zu einem reinen Online-Angebot nichts im Wege. 
An den beiden Veranstaltungstagen bieten wir Ihnen eine Vielfalt an Vorträgen, Workshops und Raum für Austausch, in denen Impulse für individuelle Ansätze im Bereich der Familientherapie für Ärzt*innen und Therapeut*innen sowie fachlich Interessierte gegeben werden.
Unser Ziel ist es dabei, die Familientherapie aus vielen Blickwinkeln zu beleuchten und ein fachlich fundiertes und praxisorientiertes Bild der multimodalen und integrativen therapeutischen Möglichkeiten entstehen zu lassen.

Freitag, 09.04.2021
10:00 UhrBegrüßung
10:15 Uhr „Vom Glücklich sein in Familien“ – Dr. Petra Kingsbury
10:55 Uhr „Gesundheitspolitik für Familien“ – Sabine Dittmar, MdB
anschließendSpeakers‘ Corner
11:50 UhrKaffeepause
12:10 Uhr„Angst und Sicherheit“ – Susy Signer-Fischer
anschließendSpeakers‘ Corner
13:00 Uhr Mittagspause
15:00 Uhr Workshops
 „Angst und Sicherheit – Hypnosystemische Methoden mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“
Susy Signer-Fischer
 „Nur noch Stress? – Wider dem Familien-Burnout“
Eva Tillmetz
16:15 UhrKaffeepause 
16:45 Uhr Workshops (wie 15:00)
19:30 Uhr Open Space – Dr. Hans-Peter Selmaier, Anita Schmitt
21:00 UhrEnde
Samstag, 10.04.2021
08:00 UhrMeditation
09:00 Uhr „Was ist schon normal? Familiäre Subkulturen im 21. Jahrhundert“ – Dr. Beate Leinberger
anschließendSpeakers‘ Corner
10:00 Uhr„Niemand ist alleine krank“ – Dr. Friederike Burkhardt-Staudigel
anschließendSpeakers‘ Corner
11:00 UhrKaffeepause
11:45 Uhr Workshops
 „Digitaler Stress bei Kindern und Jugendlichen“
Tamara Scholze
 „Vom Mythos der harmonischen Familie – Streit hält lebendig!“ 
Dr. Beate Leinberger
13:00 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr Workshops (wie 11:45)
15:30 UhrAbschlussritual – Dr. Hans-Peter Selmaier
16:00 UhrEnde

Wichtige Informationen

Bildung auf Abruf: Nach der Veranstaltung haben Sie die Möglichkeit, noch 2 weitere Wochen auf die Vorträge und Workshops zuzugreifen. Wir stellen Ihnen diese Aufzeichnungen über einen privaten Link zur Verfügung.

Fortbildungspunkte: Werden bei der Bayerischen Landesärztekammer beantragt.
Wenn Sie online an dem Symposium teilnehmen, ist es für die Punktevergabe notwendig, dass Sie live an beiden Tagen dabei sind. Nur so können Ihnen die Fortbildungspunkte erteilt werden. 

Umbuchung: Sollten Sie sich spontan entscheiden, das Symposium in der anderen Variante besuchen zu wollen, können Sie jederzeit wechseln (sofern in Präsenz noch Plätze frei sind).

Zielgruppe: Ärzt*innen, Therapeut*innen, fachlich Interessierte

Preise:
Präsenz: 142 € Kurs + 53 € Tagungspauschale = 195,00 €
Online: 99,00 €

Familientherapie
3 women with child
Familentherapie

Vorwort

Die seelische Gesundheit von Eltern, ihren Kindern und Jugendlichen ist kostbar. Die gegenwärtigen sozialen und familiären Herausforderungen strapazieren die psychische Belastungsfähigkeit der Familienmitglieder oft so lange und unerkannt, bis der Kollaps eintritt. Die Familien bleiben häufig zu lange auf sich gestellt, weil ihre Nöte übersehen werden und ohne ausreichende Unterstützung bleiben.

Das Aufzeigen von Perspektiven in der Behandlung von Familien in der Familientherapie ist das Anliegen unseres Symposiums. Gezielte Prävention und Behandlung schafft Möglichkeiten, um die psychischen Belastungen in Familien dauerhaft zu verringern. Eine Verbesserung der Situation kann durch die Vermittlung vielfältiger Kompetenzen in der Therapie gesteigert werden. 

Wir möchten Ihnen ein breites Spektrum an Möglichkeiten aufzeigen, um ausgebildeten Fachkräften weitere Therapiekonzepte und neue Ansätze für die Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Eltern zur Verfügung zu stellen. Die Entfaltung und der Ausbau der eigenen therapeutischen Befähigungen soll zu lebendigem Wissen für die Behandlung von Familien werden. 

In diesem Familientherapie-Symposium werden wir verschiedene Bereiche der Familientherapie für Ärzt*innen und Therapeut*innen sowie fachlich Interessierte aus vielen Blickwinkeln beleuchten. Mit Hilfe von Vorträgen, zahlreichen Workshops und Raum für Austausch wollen wir Impulse für individuelle Ansätze geben und ein fachlich fundiertes und praxisorientiertes Bild der multimodalen und integrativen therapeutischen Möglichkeiten entstehen lassen.

In der aktuellen Zeit ist ein hohes Maß an Flexibilität und Spontanität gefordert. Wir planen, das Symposium sowohl in Präsenz in der Akademie Heiligenfeld in Bad Kissingen mit einer begrenzten Teilnehmeranzahl, als auch in Form einer Online-Übertragung live vom Symposium zu Ihnen nach Hause. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. 

Dr. Hans-Peter Selmaier, Chefarzt der Parkklinik Heiligenfeld Bad Kissingen

Dr. Petra Kingsbury, Klinikleitende Psychologin der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen

Anmeldung

Es bestehen zwei Möglichkeiten der Teilnahme:

  • vor Ort, in der Akademie Heiligenfeld in Bad Kissingen (Achtung, hier ist die Teilnehmerzahl begrenzt) 
  • online, über die Konferenzsoftware Zoom.

Detailinformationen zu den einzelnen Vorträgen und Workshops:

Vortrag 1: Vom Glücklich sein in Familien –  Bindung und Beziehung in der stationären  Familientherapie – Dr. Petra Kingsbury
Viele Familien haben den Wunsch glücklich zu sein. Für einige Familien ist dies ein weit entferntes Ziel, von dem sie sich zunehmend entfernen. Am Beispiel der stationären Familientherapie in der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen wird gezeigt, was das Glücklich sein in Familien unterstützt. Der Vortrag wirft einen Blick auf das therapeutische Konzept der Klinik und gibt Einblick in die Arbeit mit Familien. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der Bindungsqualität, die im Kontext der Multifamilientherapie stattfindet.  

Vortrag 2: Gesundheitspolitik für Familien – Sabine Dittmar, MdB
Sie erhalten einen aktuellen Einblick in die Gesundheitspolitik für Familien mit  deren Herausforderungen und Möglichkeiten.

Vortrag 3: Angst und Sicherheit – Hypnosystemische Methoden im inter- und intrapsychischen Systemen von Familien und Einzelnen – Susy Signer-Fischer
Angst ist ein Bestandteil unseres Lebens und wenn sie in irgendeiner Form überhandnimmt, kann sie einschränkend oder gar gefährlich werden.  Angst und Ängste haben meist sowohl auf individueller, intrapsychischer und auf systemischer Ebene eine Bedeutung, wie beispielsweise mehr Zuwendung zu bekommen, jemanden schonen, sich mit sich nicht auseinander zu setzen. In der Behandlung kann sowohl auf die Themen, die hinter der Bedeutung stehen, eingegangen werden als auch auf einen gesunderen Umgang mit der Angst erarbeitet werden. Im Vortrag werden hypnosystemische Methoden vorgestellt, wie mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien gearbeitet werden kann.

Vortrag 4: Was ist schon normal? Familiäre Subkulturen im 21. Jhdt. Von Stief-, Patchwork-, Kleeblatt-, Regenbogen,- und anderen Familien – Dr. Beate Leinberger
Familien sind heute vielfältig, bunt und lassen sich oftmals nicht mehr in traditionelle Denk- und Rollenmuster einordnen. In den letzten 10 bis 20 Jahren hat sich diesbezüglich viel verändert, manches ist aber auch gleichgeblieben und erscheint lediglich in neuem Gewand. Patchwork-Familien gab es beispielsweise schon immer, nur nicht unter diesem Namen. Eher neu sind Regenbogenfamilien, die oftmals um gesellschaftliche Anerkennung ringen. Auch haben wir den Wandel vom Großfamilienleben hin zum Alleinerziehenden-Modell vollzogen. Familien stehen heute, egal in welcher Konstellation, vor enormen Herausforderungen. Es stellt sich die Frage, ob unser Gesellschaftssystem mit seinen Angeboten, Anforderungen, Institutionen und Infrastrukturen noch passend ist zu familiären Subkulturen des 21. Jahrhunderts (Bertelsmann-Stiftung, 2020).

Vortrag 5: Niemand ist alleine krank– von der Pathogenese zur Salutogenese – Dr. Friederike Burkhardt-Staudigel
In der Familientherapie wird der Patient als Teil eines funktionalen oder dysfunktionalen Systems betrachtet. Durch Interventionen gibt es die Möglichkeit, die Verbindungen der Familienmitglieder untereinander, die sich oft über Generationen manifestiert haben, wieder in ein stabiles Gleichgewicht zu bringen. So können dauerhafte Stressfaktoren durch krankmachende Beziehungen wieder in Stabile und Unterstützende überführt werden. Durch Veränderung des komplexen Systems „Familie“ kann auch der Einzelne gesundwerden.

Workshop 1: Angst und Sicherheit – Hypnosystemische Methoden mit Kindern, Jugendlichen  und Erwachsenen – Susy Signer-Fischer
Angst ist ein Bestandteil unseres Lebens. In der Beratung und Psychotherapie geht es nicht darum, die Angst einfach weg zu therapieren. Oft hat die Angst wie die meisten Symptome auch eine relevante Bedeutung oder Funktion im intrapsychischen und interpsychischen System. Je nach den Themen, die dahinterstehen wird in der Therapie inter- und intrasystemisch an Themen wie Selbstbild, Selbstvertrauen, Selbstverantwortung gearbeitet. Zu viel Angst bzw. Panik kann dazu führen, dass Situationen, Erfahrungen vermieden werden, so dass zu wenig Neues erlernt wird. Gerade auch im Zusammenhang mit psychotraumatisierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist es besonders wichtig, dass die Betroffenen einen Weg finden zu mehr Sicherheit.
Es werden hypnosystemischen Methoden vorgestellt und erarbeitet. Das Ziel ist es, dass Sie Ihre methodische Zugangsweise um einige einfach anwendbare Instrumente aus der Hypnosetherapie erweitern können. Im Workshop werden hypnosystemische Methoden an Hand von Demonstrationen, Filmbeispielen und Gruppentrancen vorgestellt und erarbeitet, auf welche Weise Angst besser kontrolliert und die Sicherheit erhöht werden kann.

Workshop 2: Nur noch Stress?  – Wider dem Familien-Burnout  – Eva Tillmetz
Zeit- und Beziehungsmanagement verhandeln mit FIB – FAMILIE IN BALANCE
Zunehmend mehr Eltern leiden unter chronischer Erschöpfung. Gehetzt von fordernder, oft doppelter Berufstätigkeit müssen persönliche, partnerschaftliche und familiäre Bedürfnisse wiederholt verhandelt werden. Komplexe Beziehungskonstellationen erfordern hohe kommunikative und kooperative Kompetenzen.  Dieser Workshop vermittelt die Grundlagen des systemischen Ansatz „Regensburger Familienentwicklungsmodell“ und seiner Umsetzung im Familienentwicklungsspiel FIB –FAMILIE IN BALANCE. Mit diesem variantenreich einsetzbaren Planspiel erhalten TherapeutInnen / Berater*innen ein Instrument an die Hand, mit dem sie die elterliche Zusammenarbeit und damit das Erleben von Selbstwirksamkeit der Klient*innen gezielt fördern können.                                                                                                                                                       
Workshop 3: Digitaler Stress bei Kindern und Jugendlichen – Tamara Scholze 
Innerhalb des Workshops wird ein Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zu digitalem Stress bei Kindern und Jugendlichen gegeben. Dabei sollen zuerst die Fragen beantwortet werden, was digitaler Stress ist und wie er entsteht. Im Rahmen des Workshops erarbeiten die Teilnehmer diese Aspekte. Im Anschluss werden die Ergebnisse auf Kinder und Jugendliche übertragen. Welche Parallelen gibt es von digitalem Stress bei Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen? Was bedeutet dies für das Familienleben?        

Workshop 4: Vom Mythos der harmonischen Familie – Streit hält lebendig! – Dr. Beate Leinberger
„Wo Menschen sich vergessen, Die Wege verlassen, Und neu beginnen ,Ganz neu, Da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.“ (Thomas Laubach, 1989)                                                    
Oder kennen Sie auch den Spruch „Nach einem reinigenden Gewitterregen folgt Sonnenschein“? Überall, wo sich mehr als ein Mensch im sozialen Kontext aufhält, stoßen unterschiedliche Ansichten, Bedürfnisse und Wünsche aufeinander. Vor allem in familiären Beziehungsstrukturen erleben wir dies sehr dicht und es kommt unweigerlich zu Konflikten. Das ist auch gut so und normal. Lebendige Auseinandersetzungen führen zu Weiterentwicklung und Wachstum. Konstruktiver Streit bereinigt nicht nur die Paarbeziehung, er unterstützt auch unsere Kinder darin, sich für eigene Belange einsetzen zu können, andere Ansichten zu respektieren und konstruktive Diskussionen als bereichernd erleben zu können. Doch wie funktioniert „produktiver Streit“? Wie können Familien mit Konflikten zielführend und „verletzungsfrei“ umgehen? Darüber sprechen wir in diesem Workshop und erfahren, wie sich „Himmel und Erde wieder neu berühren“ können.

Detailinformationen zu den einzelnen Vorträgen und Workshops:

Vortrag 1: Vom Glücklich sein in Familien –  Bindung und Beziehung in der stationären  Familientherapie – Dr. Petra Kingsbury
Viele Familien haben den Wunsch glücklich zu sein. Für einige Familien ist dies ein weit entferntes Ziel, von dem sie sich zunehmend entfernen. Am Beispiel der stationären Familientherapie in der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen wird gezeigt, was das Glücklich sein in Familien unterstützt. Der Vortrag wirft einen Blick auf das therapeutische Konzept der Klinik und gibt Einblick in die Arbeit mit Familien. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der Bindungsqualität, die im Kontext der Multifamilientherapie stattfindet.  

Vortrag 2: Gesundheitspolitik für Familien – Sabine Dittmar, MdB
Sie erhalten einen aktuellen Einblick in die Gesundheitspolitik für Familien mit  deren Herausforderungen und Möglichkeiten.

Vortrag 3: Angst und Sicherheit – Hypnosystemische Methoden im inter- und intrapsychischen Systemen von Familien und Einzelnen – Susy Signer-Fischer
Angst ist ein Bestandteil unseres Lebens und wenn sie in irgendeiner Form überhandnimmt, kann sie einschränkend oder gar gefährlich werden.  Angst und Ängste haben meist sowohl auf individueller, intrapsychischer und auf systemischer Ebene eine Bedeutung, wie beispielsweise mehr Zuwendung zu bekommen, jemanden schonen, sich mit sich nicht auseinander zu setzen. In der Behandlung kann sowohl auf die Themen, die hinter der Bedeutung stehen, eingegangen werden als auch auf einen gesunderen Umgang mit der Angst erarbeitet werden. Im Vortrag werden hypnosystemische Methoden vorgestellt, wie mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien gearbeitet werden kann.

Vortrag 4: Was ist schon normal? Familiäre Subkulturen im 21. Jhdt. Von Stief-, Patchwork-, Kleeblatt-, Regenbogen,- und anderen Familien – Dr. Beate Leinberger
Familien sind heute vielfältig, bunt und lassen sich oftmals nicht mehr in traditionelle Denk- und Rollenmuster einordnen. In den letzten 10 bis 20 Jahren hat sich diesbezüglich viel verändert, manches ist aber auch gleichgeblieben und erscheint lediglich in neuem Gewand. Patchwork-Familien gab es beispielsweise schon immer, nur nicht unter diesem Namen. Eher neu sind Regenbogenfamilien, die oftmals um gesellschaftliche Anerkennung ringen. Auch haben wir den Wandel vom Großfamilienleben hin zum Alleinerziehenden-Modell vollzogen. Familien stehen heute, egal in welcher Konstellation, vor enormen Herausforderungen. Es stellt sich die Frage, ob unser Gesellschaftssystem mit seinen Angeboten, Anforderungen, Institutionen und Infrastrukturen noch passend ist zu familiären Subkulturen des 21. Jahrhunderts (Bertelsmann-Stiftung, 2020).

Vortrag 5: Niemand ist alleine krank– von der Pathogenese zur Salutogenese – Dr. Friederike Burkhardt-Staudigel
In der Familientherapie wird der Patient als Teil eines funktionalen oder dysfunktionalen Systems betrachtet. Durch Interventionen gibt es die Möglichkeit, die Verbindungen der Familienmitglieder untereinander, die sich oft über Generationen manifestiert haben, wieder in ein stabiles Gleichgewicht zu bringen. So können dauerhafte Stressfaktoren durch krankmachende Beziehungen wieder in Stabile und Unterstützende überführt werden. Durch Veränderung des komplexen Systems „Familie“ kann auch der Einzelne gesundwerden.

Workshop 1: Angst und Sicherheit – Hypnosystemische Methoden mit Kindern, Jugendlichen  und Erwachsenen – Susy Signer-Fischer
Angst ist ein Bestandteil unseres Lebens. In der Beratung und Psychotherapie geht es nicht darum, die Angst einfach weg zu therapieren. Oft hat die Angst wie die meisten Symptome auch eine relevante Bedeutung oder Funktion im intrapsychischen und interpsychischen System. Je nach den Themen, die dahinterstehen wird in der Therapie inter- und intrasystemisch an Themen wie Selbstbild, Selbstvertrauen, Selbstverantwortung gearbeitet. Zu viel Angst bzw. Panik kann dazu führen, dass Situationen, Erfahrungen vermieden werden, so dass zu wenig Neues erlernt wird. Gerade auch im Zusammenhang mit psychotraumatisierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist es besonders wichtig, dass die Betroffenen einen Weg finden zu mehr Sicherheit.
Es werden hypnosystemischen Methoden vorgestellt und erarbeitet. Das Ziel ist es, dass Sie Ihre methodische Zugangsweise um einige einfach anwendbare Instrumente aus der Hypnosetherapie erweitern können. Im Workshop werden hypnosystemische Methoden an Hand von Demonstrationen, Filmbeispielen und Gruppentrancen vorgestellt und erarbeitet, auf welche Weise Angst besser kontrolliert und die Sicherheit erhöht werden kann.

Workshop 2: Nur noch Stress?  – Wider dem Familien-Burnout  – Eva Tillmetz
Zeit- und Beziehungsmanagement verhandeln mit FIB – FAMILIE IN BALANCE
Zunehmend mehr Eltern leiden unter chronischer Erschöpfung. Gehetzt von fordernder, oft doppelter Berufstätigkeit müssen persönliche, partnerschaftliche und familiäre Bedürfnisse wiederholt verhandelt werden. Komplexe Beziehungskonstellationen erfordern hohe kommunikative und kooperative Kompetenzen.  Dieser Workshop vermittelt die Grundlagen des systemischen Ansatz „Regensburger Familienentwicklungsmodell“ und seiner Umsetzung im Familienentwicklungsspiel FIB –FAMILIE IN BALANCE. Mit diesem variantenreich einsetzbaren Planspiel erhalten TherapeutInnen / Berater*innen ein Instrument an die Hand, mit dem sie die elterliche Zusammenarbeit und damit das Erleben von Selbstwirksamkeit der Klient*innen gezielt fördern können.                                                                                                                                                       
Workshop 3: Digitaler Stress bei Kindern und Jugendlichen – Tamara Scholze 
Innerhalb des Workshops wird ein Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zu digitalem Stress bei Kindern und Jugendlichen gegeben. Dabei sollen zuerst die Fragen beantwortet werden, was digitaler Stress ist und wie er entsteht. Im Rahmen des Workshops erarbeiten die Teilnehmer diese Aspekte. Im Anschluss werden die Ergebnisse auf Kinder und Jugendliche übertragen. Welche Parallelen gibt es von digitalem Stress bei Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen? Was bedeutet dies für das Familienleben?        

Workshop 4: Vom Mythos der harmonischen Familie – Streit hält lebendig! – Dr. Beate Leinberger
„Wo Menschen sich vergessen, Die Wege verlassen, Und neu beginnen ,Ganz neu, Da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.“ (Thomas Laubach, 1989)                                                    
Oder kennen Sie auch den Spruch „Nach einem reinigenden Gewitterregen folgt Sonnenschein“? Überall, wo sich mehr als ein Mensch im sozialen Kontext aufhält, stoßen unterschiedliche Ansichten, Bedürfnisse und Wünsche aufeinander. Vor allem in familiären Beziehungsstrukturen erleben wir dies sehr dicht und es kommt unweigerlich zu Konflikten. Das ist auch gut so und normal. Lebendige Auseinandersetzungen führen zu Weiterentwicklung und Wachstum. Konstruktiver Streit bereinigt nicht nur die Paarbeziehung, er unterstützt auch unsere Kinder darin, sich für eigene Belange einsetzen zu können, andere Ansichten zu respektieren und konstruktive Diskussionen als bereichernd erleben zu können. Doch wie funktioniert „produktiver Streit“? Wie können Familien mit Konflikten zielführend und „verletzungsfrei“ umgehen? Darüber sprechen wir in diesem Workshop und erfahren, wie sich „Himmel und Erde wieder neu berühren“ können.