To inter-be - der Tanz mit Nähe und Distanz

To interBe – Spiel mit Nähe und Distanz

Wir können uns als Menschen nur im Miteinander entwickeln. Woher sollen wir Sprache lernen, wenn nicht im Dialog? Wir hängen voneinander ab. Aus dieser Notwendigkeit und dem Bedürfnis der eigenen selbstständigen Entwicklung entsteht ein lebenslanger Tanz.

Thich Nhat Hanh prägte dafür das Wort to interBe. Wir können nicht einfach sein, denn unser Sein ist immer mit dem Sein der anderen verbunden.

Den Wunsch dazu zu gehören und den Wunsch nach Eigenständigkeit und Entwicklung bilden die Pole, die unser Leben aufspannen.

Bei kleinen Entenküken kann man diese Bewegung gut beobachten. Sie entfernen sich von ihrer Mutter und nach einer Weile suchen sie sie laut piepsend wieder auf. Mit der Zeit werden die Abstände größer. So ist es auch beim Menschen. Als kleine Kinder fangen wir an die Welt jenseits der Nähe der Mutter zu erkunden, machen aufregende Erfahrungen und beruhigen uns nach den Aufregungen zurück in Mutters Schoß.

Eine tiefe Urangst vor dem zurückgelassen werden ist in uns einprogrammiert. In der Welt der frühen Menschen bedeutet alleine zurück gelassen werden in der Steppe den sicheren Tod. In unsere heutigen Zeit, gerade als Erwachsene, hat diese Furcht nicht mehr wirklich eine Berechtigung. Unterbewusst bleibt sie aktiv und kann dazu führen, dass wir viel vorsichtiger und zurückhaltender sind uns die Welt anzueignen als es möglich wäre.

Wir erfahren das Leben zwischen Dazugehören und Entwicklung. Kürzere oder längere Phasen, wo das eine oder das andere mehr im Mittelpunkt stehen, wechseln sich ab. Das kann im beruflichen Leben und im privaten stattfinden. Manche Liebesbeziehungen sind reine Lernbeziehungen, wo meine Beziehungsfähigkeit sich erweitert, oder man mehr über sich lernt. Das kann sehr anstrengend sein. Wahrscheinlich hat jede/r schon einmal solch eine Erfahrung gemacht. Und dann gibt es wieder Beziehungen, wo ich mich „ausruhen“ kann, wo die Bindung sicher ist und sich das Nervensystem entspannen kann.

Gesund bleiben heißt, ein Gespür dafür zu bekommen, Entwicklung und Entspannung in Balance zu halten. Und immer mehr herauszufinden: Wo lasse ich andere über meine Grenzen gehen, wo wird ein Nein zu einem Ja aus Angst vor dem Allein zurück bleiben?

Grenzen setzen zu können ist gesund. Die Umstände in unserer Kindheit bedingen, ob wir es angemessen lernen können. Ob es uns z. B. erlaubt wurde, uns abzugrenzen.

Falls dies nicht geschehen ist, hat es Folgen für unser späteres Leben, die nicht zuletzt in Überforderung, einem Gefühl von Fremdbestimmung oder sogar im Burnout münden. Aber es ist nie zu spät dafür: Als Erwachsene können wir dies immer noch lernen. Erfahrungen in einem geschützten Rahmen, das eigene Erforschen der Grenzen und Möglichkeiten damit zu spielen, lassen uns Zutrauen im Umgang des Spiels mit Nähe und Distanz gewinnen.

Bewusstsein über die Vorgänge, die in uns unbemerkt ablaufen, führt zu mehr Sicherheit, Selbst-Sicherheit. Diese Effekte wirken sich dann nicht nur auf das private, sondern auch auf das berufliche Leben aus. Schutz entsteht vor Überlastung und Ausbrennen.

Eine Möglichkeit tiefe Erfahrungen dazu zu machen, bietet das Seminar vom 10. bis 12.02.2017 in der Akademie Heiligenfeld „To InterBe – Spiel mit Nähe und Distanz“ mit Silke Weiß.