24 Jan 2018

Gute Selbstführung ist der Schlüssel zur erfolgreichen Führung

Führungskräfte in Gesundheitseinrichtungen arbeiten in zunehmend komplexeren Aufgabenfeldern, die neben den Fach-, Wirtschafts- und Sozialkompetenzen Stategie- und Managementfähigkeiten erfordern. Leadership kann man lernen.

Steigende Komplexität der Führungsaufgabe

Die Ausbildung eigener Führungsqualitäten wird in der Karriereplanung in ärztlichen und pflegerischen Berufen oft vernachlässigt. Auch in der strategischen Personalentwicklung vieler Krankenhäuser und Kliniken wird der Entwicklung von Leadershipkompetenzen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei hat die Komplexität der Anforderungen an die Führungskraft in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Knappe Ressourcen, die Orientierung hin zu kooperativen Versorgungsstrukturen und der Mangel an Nachwuchskräften sind nur einige aktuelle Themenfelder, die kompetentes Führungsgeschick erfordern.

Führung kann man lernen

Dieser Problematik hat sich die Akademie Heiligenfeld angenommen. Seit 2011 bietet sie eine dreimodulige Fortbildung „Führung in Gesundheitseinrichtungen“ in Bad Kissingen an. Es handelt sich um ein effizientes Intensivtraining, das fit für die Führungsverantwortung machen soll. In dem ganzheitlichen Leadershiptraining werden die unterschiedlichen Perspektiven ebenso wie die verschiedenen Aktions- und Handlungsebenen auf denen Führung in Gesundheitseinrichtungen stattfindet, berücksichtigt. Für Dr. Christian Büttner, Leiter einer Praxisklinik für komplementäre Onkologie und Gesundheitsvorsorge in Kassel wurde in der Fortbildung klar: „Führung ist ein eigener Beruf, der systematisch erlernt werden muss, wie jeder andere Beruf auch.“ Anita Schmitt, Leiterin der Akademie Heiligenfeld sagt: „Selbstführung ist die Basis und der rote Faden der Führungsfortbildung in Heiligenfeld“. „Die Ausbildung und Weiterentwicklung der eigenen Führungskompetenz soll zu einem guten Führungsverhalten führen“, beschreibt Dr. Joachim Galuska ein wesentliches Element der Zielvorgabe für die Fortbildung. Das setzte ein entsprechendes  Bewusstsein, die Bereitschaft sich zu verändern und die Fähigkeit der Selbstreflexion voraus. „Durch die hochkarätige Wahl der Ausbilder war der Veränderungsprozess enorm und effektiv und durch die spezielle Ausrichtig auf die Frage nach der Sinnperspektive meines Handelns bin ich wieder meinen Zielen und Idealen näher gekommen und werde diese in meinen Praxisalltag integrieren“, sagt Elke Max-Ottmüller, niedergelassene Fachärztin und Praxisinhaberin mit 15 Mitarbeitern aus Berlin.

Selbstmanagement als Bestandteil der Führungskompetenz

„Selbstmanagement ist Führen auf der Individualebene und integraler Bestandteil der Führungskompetenz“, gibt der Managementtrainer und Unternehmensberater Albert Pietzko Auskunft. Es umfasst die unmittelbare Selbstregulation und innere Balance durch Fertigkeiten wie Selbstbeobachtung, Selbstkontrolle und Selbstmotivation oder Flexibilität, Ausdauer und Frustrationstoleranz. Auch die kurz- und mittelfristige Selbstorganisation z. B. bezogen auf Zeit- und Arbeitsplatzmanagement gehört dazu.

Führungsidentität erkennen und entwickeln

„Mit der Definition und Festlegung persönlicher Ziele, Werte und Visionen im Rahmen der Selbstführung wird die Selbstbestimmung sichtbar, die in der eigenen Seele verankert ist. Auf diese Weise bildet die Selbstführung das Fundament der Führungsidentität, die sich dann auf den anderen Führungsebenen spiegeln und weiter entfalten wird“, beschreibt Dr. Galuska die Ausrichtung des Heiligenfeld-Ansatzes. Darauf aufbauend werde dann von den Kursteilnehmern in gezielten Schritten ein persönliches Mitarbeiterführungskonzept (Interaktionsebene), ein wirksames strategisches Konzept sowie ein Managementkonzept für die Organisationsführung (Organisationsebene) entwickelt, um innerhalb der politischen und gesamtwirtschaftlichen Bedingungen des Gesundheitssystems (Systemebene) navigieren zu können.

Integriertes Gesamtkonzept ist Ziel des Führungstrainings

Ein ganzheitlicher Ansatz im Führungstraining integriert die verschiedenen Ebenen und Aspekte der Führung und führt die Teilkonzepte zu einem Gesamtkonzept zusammen, das für jeden Einzelnen Teilnehmer stimmig und in Resonanz mit den eigenen Werten und Zielen ist. Führungskräfte in Gesundheitseinrichtungen bewegen sich in einem komplexen System innerhalb dessen die eigene Einrichtung als  vielschichtiger und lebendiger Organismus zu verstehen ist, der nicht nur fachlich und wirtschaftlich sondern mehrperspektivisch betrachtet werden muss. Die Mitarbeiterperspektive, die Prozessperspektive, die Patientenperspektive und die Finanzperspektive werden mit dem Modell Balanced-Scorecard beleuchtet. Im Sinne der vier Quadranten von Ken Wilber stellen das subjektive Erleben der Mitarbeiter, ihr Verhalten, die Unternehmenskultur und die Unternehmensorganisation unterschiedliche Perspektiven dar, die zu untersuchen sind. Solche Modelle können eine Orientierungshilfe in dem vielschichtigen Führungsprozess geben.

Exzellenz der eigenen Einrichtung, Folge guter Führung

Exzellenz ist aus der Sicht Referenten, die überwiegend aus Führungskräften der mehrfach ausgezeichneten Klinikgruppe Heiligenfeld besteht, die Eigenschaft einer Organisation, in der sich zwei Aspekte verbinden:
Erstens, Leitende und Mitarbeiter, die den Geist der Organisation oder die Seele der Einrichtung in ihrer Begeisterung ausstrahlen und zweitens, wenn dies mit einer hohen Fachkompetenz und einer hohen Managementqualität der Mitarbeiter und des gesamten Unternehmens geschehe. Entscheidend ist, dass nicht nur einzelne Mitarbeiter diese Verbindung von Fachkompetenz und Verankerung in ihrer eigenen Seele ausstrahlen, sondern dass ihr Bewusstsein und Handeln ausgerichtet ist auf das gesamte Unternehmen. Erst dann entstehen Synergien, und die gesamte Organisation strahlt. Sie wirkt lebendig. Und dann kann die Folge Exzellenz sein: ausgezeichnete Ergebnisse, besonders einzigartige Leistungen und ein exzellenter Ruf. Entsprechend tief tauchen die Teilnehmenden im Heiligenfelder Intensivtraining für Führungskräfte in Gesundheitseinrichtungen ein. Theorie-Input, Rollenspiele, Fallbeispiele, Selbstreflexion, Checklisten und immer wieder Einheiten an Supervision, Coaching durch professionelle Coaches versprechen ein dichtes und intensives Programm.

-Anita Schmitt, Leiterin der Akademie Heiligenfeld GmbH

Die Akademie Heiligenfeld…

…ist die Bildungseinrichtung der Unternehmensgruppe Heiligenfeld, die seit zehn Jahren anerkannte und zertifizierte Aus-, Fort- und Weiterbildungen und Seminare anbietet. Zudem veranstaltet die Akademie Heiligenfeld jedes Jahr einen Kongress, der 2018 unter dem Thema „KAIROS – Den Wandel gestalten“ steht.

Das Kompetenztraining „Leadership in Gesundheitseinrichtungen“ findet in drei Modulen zu je drei Tagen von Donnerstag bis einschließlich Samstag in Bad Kissingen statt.

Schwerpunkte sind:

  • Selbstführung
  • Mitarbeiterführung
  • Organisationsführung
  • Führen im Gesundheitswesen

Die Kursreihe wird durch Coaching begleitet.

Zielgruppe:

Führungskräfte und Mitarbeiter in leitender Funktion einer Gesundheitseinrichtung oder eine solche anstrebend. Insbesondere aus den Bereichen: Ärztliche Leitung und Direktion, Verwaltungsleitung und –direktion, Pflegeleitung und –direktion, leitendes Management.

Fortbildungspunkte:
Die Bayerische Landesärztekammer hat 26 Fortbildungspunkte für das erste Modul anerkannt. (Kompaktkurs ca. 78 Punkte)

Termine:
Modul 1: 08.03. – 10.03.2018
Modul 2: 21.06. – 23.06.2018
Modul 3: 27.09. – 29.09.2018

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.