Interview_Vom_Essensfrust_zur_Lebenslust

Vom Essensfrust zur Lebenslust – Interview mit den Referentinnen

Im Januar, vom 29.01.21 – 31.01.21, findet das Seminar „Vom Essensfrust zur Lebenslust“ mit Mareile Schlüter und Ariane Kayser statt. Um Ihnen vorab einen besseren Einblick in das Seminar geben zu können, haben wir mit den Referentinnen ein Interview geführt. Lesen Sie selbst!

An welche Zielgruppe genau richtet sich das Seminar?

An alle Menschen, die von Esszwängen betroffen sind oder waren bzw. irgendeine Form des Umgangs mit Essen leben, unter dem sie leiden. Es könnte sich z. B. auch so äußern, dass eine Person ständig in der Sorge lebt, zu viel zu zunehmen und dadurch das eigene Leben durch Kontrollmechanismen im Kopf, beeinträchtigt. Dies kann sich z. B. durch „Zwangssportprogramme“ äußern, durch die man sich das Essen erst „verdienen“ muss, chronisches Kalorienzählen etc. Gegensätzlich hierzu erleben Menschen auch eine „Bewegungsstarre“, häufig, wenn sie sich zu schwer für Bewegung empfinden bzw. eine Scham verspüren, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen.

Welche Übungen werden die Teilnehmer*innen kennenlernen?

Gearbeitet wird systemisch, um z. B. bei einer ungesunden dysfunktionalen Mutter – Kind – Beziehung. Dies ist z. B. der Fall, wenn das Kind immer schon für die bedürftige Mutter (emotional) gesorgt hat, eigene Bedürfnisse dafür unterdrücken / leugnen musste. Das Ziel ist es, wieder ein gesundes Rollenverständnis herzustellen, ggf. auch zum ersten Mal überhaupt dieses erfahrbar werden zu lassen.

Des Weiteren wird mit Körper – tanz-, theater- und gestalttherapeutischen Elementen gearbeitet, um den Bezug zum eigenen Körper und neuen Verhaltensmöglichkeiten zu verbessern. Die innere Kindarbeit unterstützt einen liebevolleren Umgang mit den eigenen Gefühlen. Einiges davon kann in Farbe festgehalten werden. Verhaltenstherapeutisch wird beleuchtet, welche Maßnahmen einen gesunden Umgang mit dem Essen unterstützen können.

Müssen die Teilnehmer*innen gewisse Voraussetzungen mitbringen, wenn ja, welche?

Voraussetzung ist, dass eine gewisse Neugier und Offenheit besteht, sich über ein erlebnisorientiertes tiefenpsychologisches Therapieverfahren sich selbst zuzuwenden.

Wie kamen Sie zu dem Thema und wie lange beschäftigen Sie sich schon damit?

Zu dem Thema kamen wir, da sich die Patienten am Nachsorgetag der Essstruktur so sehr ein ganzes Wochenende (am liebsten eine ganze Woche) zu diesem Thema gewünscht haben. Zudem waren beide Referentinnen an der Neugestaltung und Ausarbeitung des neuen klinischen Essstrukturkonzeptes, in dem wir seit Jahren arbeiten, mitwirkend.

Alle Informationen zum Seminar finden Sie hier.