Familientherapie

Familientherapie Symposium – Referent*innen im Interview – Dr. Beate Leinberger und Doris Gschwendtner

Vom 09.04. – 10.04.21 findet das Familientherapie Symposium in der Akademie Heiligenfeld statt. An diesen zwei Tagen wollen wir Ihnen eine Vielfalt an Vorträgen, Workshops und Raum für Austausch anbieten, in denen Impulse für individuelle Ansätze im Bereich der Familientherapie für Ärzt*innen und Therapeut*innen sowie fachlich Interessierte gegeben werden. Unser Ziel ist es dabei, die Familientherapie aus vielen Blickwinkeln zu beleuchten und ein fachlich fundiertes und praxisorientiertes Bild der multimodalen und integrativen therapeutischen Möglichkeiten entstehen zu lassen.

Um Ihnen nun einige Einblicke vorab zu geben, haben wir Interviews mit den Referent*innen des Familientherapiesymposiums 2021 geführt. Im folgenden Interview beantworten uns Dr. Beate Leinberger und Doris Gschwendtner einige Fragen zum Thema Familie und ihren Vorträgen am Symposium. Im Laufe der nächsten Wochen folgen Interviews mit Dr. Petra Kingsbury, Thomas Kurzhals, Dr. Susy Signer-Fischer und weiteren Referenten des Familiensymposiums.

 

1. Was dürfen die Zuhörer/Teilnehmer Ihres Vortrags/Workshops erwarten?

Doris Gschwendtner: Die Teilnehmer erwarten handlungsorientierte, familientherapeutische Interventionen in einem Gruppenkontext.
Dr. Beate Leinberger: Sie können sich auf eine spannende Zeit freuen!

2. Wo liegt der Schwerpunkt in Ihrer täglichen Arbeit und wie lange beschäftigen Sie sich bereits mit der Behandlung von Familien?

Doris Gschwendtner: Ich beschäftige mich mit der Behandlung von Familien seit 8 Jahren. In meiner Arbeit wird mit Hilfe der Multifamilientherapie der Fokus auf Bindungsqualität gelegt.
Dr. Beate Leinberger: Ich bin niedergelassene Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und arbeite generell systemisch orientiert. Eine psychische Störung kommt selten allein und ist vielfach oft erst in der Gesamtschau des Familiensystems zu begreifen. Insgesamt arbeite ich seit 25 Jahren mit Familien, zunächst als Sozialpädagogin und später als Psychotherapeutin. Ich hatte schon immer eine Vorliebe für komplexe Familienstrukturen und eine grundlegende Neugier für das Gedeihen von Individuen in ihren jeweiligen familiären Systemen.

3. Für wie wichtig halten Sie es, nicht nur einzelne Familienmitglieder, sondern die Gesamtkonstellation innerhalb eines geschützten Zeitraums zu therapieren? 

Dr. Beate Leinberger: Das halte ich für sehr wichtig. Kein Mensch verhält sich unabhängig von einem Familiensystem.
Doris Gschwendtner: Die Sicht der systemischen Familientherapie, in der Gesundheit und Krankheit eines Menschen im Zusammenhang mit seinen relevanten Beziehungen gesehen wird, ist für mich zentral. Da der Fokus auf der Gesamtfamilie liegt, entfällt der Blick allein auf das „Problemkind.“

4. Was würden Sie als erstes verändern, um eine Erleichterung für Familien in schwierigen Situationen zu erwirken?

Doris Gschwendtner: Eine vertrauensvolle Beziehung schaffen, damit Veränderung möglich wird. Unser Angebot hat zum Ziel, Familien miteinander in Kontakt zu bringen, förderliche Entwicklungsbedingungen für Kinder zu schaffen.
Dr. Beate Leinberger: Eine deutlich verbesserte Kooperation zwischen den Hilfesystemen, um die vorhandenen Angebote und Ressourcen, die wir haben, auch effektiv nutzen zu können. Außerdem wäre es endlich an der Zeit, die Vielfalt der in unserer Gesellschaft existierenden Familiensysteme gleich zu behandeln und das Thema Armut von Alleinerziehenden- und Vielkindersystemen in den Fokus zu setzen.

5. Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis aus Ihrer bisherigen Arbeit mit Familien?

Dr. Beate Leinberger: Ich lerne nie aus, jedes Familiensystem ist spannend.
Doris Gschwendtner: Zuhören und wahrnehmen.

6. Welche Vision haben Sie für die Zukunft in der Behandlung von Familien?

Dr. Beate Leinberger: Die Öffnung für die schon längst etablierten alternativen Familienmodelle und die Entthronung des „Heiligen“ Ehe-Kinder-Systems.
Doris Gschwendtner: Multifamilienarbeit in Schulen und Kitas.

Weitere Informationen, einen Podcast sowie die Anmeldemöglichkeit zum Symposium Familientherapie finden Sie hier.

 

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