Schreib dich frei_Kreativer Schreibworkshop

Schreib dich frei – der Flow-Workshop

Über Schreiben zu mehr Achtsamkeit, Ruhe und positive Energie zu gelangen, dass ist der Sinn des Flow-Workshops der Onlineseminarreihe Schreib dich frei gewesen. Acht Teilnehmer, die bereits am Basisworkshop teilgenommen haben, nutzten teils schon zum zweiten Mal dieses Angebot. Mit weiteren kreativen Schreibübungen flossen die Buchstaben zu Worten und strömten hinein in kurze Texte, Kurzgeschichten und Gedichte.

 

Der Schwerpunkt dieses Workshops lag in der Hingabe im Augenblick um Flow bzw. Schaffensrausch zu erreichen, so Anita Schmitt. Input zu Stilmittel und Inhaltsformen, sowie Wahrnehmungsübungen und Imaginationsübungen in teils ganz verrückten Aufgabenstellungen, dass macht den Schreib dich frei Workshop aus. So erfuhren die Teilnehmenden etwas über den Ikea-Effekt, wandelten Verben zu Reizwörtern um für einen stärkeren Ausdruck zu sorgen und durften sich an einem Haiku probieren.

Zwei Schreibübungen und Beispiele einer Teilnehmerin möchten wir hier veröffentlichen.

 

Schreibübung: Das Leben nach dem Happy End

Ein Happy-End ist eine Geschichte, die nicht richtig zu Ende gedacht ist, sagte einmal George Orson Welles, ein US-amerikanischer Hörspiel-, Film und Theaterregisseur.

Wie geht es mit unseren Kindheitsgeschichten weiter?

Suchen Sie sich einen Film aus Ihrer Kindheit, wie zum Beispiel Pumuckl, Pippi Langstrumpf, Biene Maya, Heidi, Michel aus Lönneberga, Bambi, Tarzan, Dschungelbuch, Lassy, Flipper, Nils Holgerson, oder Mulan, Pocahontas, Aristocats, König der Löwen,…

Wie würden diese Geschichten weitergegangen sein? Würde Pippi Langstrumpf mit ihren 90 Jahren nun noch auf Taka-Tuka-Land leben oder woanders?

Nimm dir eine Kindheitsgeschichte und denke sie in die heutige Zeit, deuten Sie dabei an um welche Geschichte es sich handelt ohne sie gleich zu benennen. Lassen Sie den Leser ähnlich wie beim Ikea-Effekt im Ungewissen und es ihn entdecken.

 

Beispiel von Janna Leitzke:

Er lebt heute noch immer in dem Dorf im Amazonasgebiet, in das seine Freunde aus dem Wald ihn damals als Kind gebracht haben. Er hatte es gut, hatte liebe menschliche Zieheltern, die ihn liebevoll aufgezogen haben. Mit seinem Leben ist er sehr zufrieden. Er hat viel Freude daran, seine drei Kinder beim Spielen zu beobachten und abends vor der Hütte mit seiner Frau über den Tag zu sprechen, der hinter ihnen liegt.

Manchmal, wirklich nur manchmal, spürt er Sehnsucht nach dem freien Leben im Dschungel, nach dem schwarz glänzendem Fell von Bagheera und dem tiefen Brummen von Baloo. Viel häufiger als das hat er aber Angst.

Er hat Angst davor, sein Zuhause zu verlieren, das auch noch das Zuhause seiner Kinder und irgendwann seiner Enkel sein soll. Das Zuhause vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Das schrille Kreischen der Kettensägen rückt jeden Tag näher. Als Umweltaktivist und Diplombiologe ist Mogli jedoch mittlerweile so gut vernetzt, dass er und seine Mitstreitenden die Abholzung einiger Quadratkilometer Regenwald bereits erfolgreich verhindern konnten. Gemeinsam werden sie so lange weiterkämpfen, bis auch die letzte Kettensäge verstummt ist.

(Janne Leitzke)

 

Schreibübung: Haiku

Haiku ist eine uralte Gedichtform aus Japan und ist vielleicht die kürzeste Poesie-Form der Welt. Für den Haiku gibt es einige Empfehlungen in der Anwendung der Gedichtform:

  • Das Haiku ist kurz (ca. 10 bis 17 Silben)
  • Das Haiku besteht häufig aus drei Zeilen (5-7-5)
  • Das Haiku ist meist konkret und gegenwärtig, beschreit die Gegenwart und steht im Präsens.
  • Das Haiku enthält meist Natur-Wörter, handelt in der Natur.
  • Das gelungene Haiku sagt nicht alles, löst einen Gedankenblitz aus.
  • Das Haiku wertet nicht.

Schreiben Sie einen Haiku über die Natur, die sie gerade vorfinden.

 

Ein Beispiel von Janne Leitzke:

Der Himmel ist milchig trüb

und wir lassen den Sommer jetzt ziehen.

Irgendwann lichtet sich der Nebel.

 

Hier finden Sie weitere Seminartermine dieser Reihe:

Schreib dich frei – Basisworkshop

Schreib dich frei –  Heldenreise

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