• 0971 84-4600

Datum/Zeit
Termin: -
Uhrzeit: -



Veranstaltungsort

Kategorien

    Chance für hochsensible Menschen Zurzeit gehen wir Menschen durch einen Verwandlungsprozess. Dies zeigt sich durch die vielen ehrenamtliche Helfer und in Angesicht von Freiheitsbeschränkung und Bedrohung vor Lebensfreude singenden Italiener. Durch die sich täglich veränderten Informationen und Maßnahmen der Behörden, sowie den Meinungen und Veröffentlichungen in den Medien fühlen sich die Menschen verunsichert. Die radikalen Veränderungen der bekannten Alltagsabläufe, dem Entzug der sozialen Kontakte und dem Ich-in-der Welt-Sein-dürfen führen zu einer tiefen Erschütterung. Wir alle gehen durch einen Schockzustand, was bei dem einen zu einer Erstarrung oder zur Angst, oder aber zu einer aktiven bewussten Haltung zu gestalten und das Beste darauf zu machen, führt. Was uns im Außen Halt gegeben hat, wie zum Beispiel die Arbeit, Hobbys und Freunde, verändert sich und der innere Halt kommt ins Schwanken. Auf sich selbst gestellt, kommen die Fragen auf: Was mache ich jetzt? Was mache ich mit mir? Im Alltag war nicht die Zeit an sich zu denken, die eigenen Bedürfnisse und Ängste zu erforschen und nachzugehen, den Sehnsüchten zu folgen. Was ist wirklich wichtig für mich? ist die Frage, die zum „Aufwachen“ beiträgt. Wie möchte ich mein Leben nun zukünftig gestalten? Es ist nun an der Zeit, die Art wie wir die Welt (neu) erleben zu hinterfragen, zu überdenken und auch neu zu erfinden. Es kann sein, dass wir als Menschheit an einer Abzweigung des Weges stehen: Gehen wir weiter in die Richtung der eigenen Interessen oder beschreiten wir den Weg des globalen Mensch-seins im Einklang mit einer gesunden Erde? Es ist ein Prozess, der Zeit braucht und lohnt sich bewusst zu machen. Zwischen den Partiellen alten Struktur-Verlusten und des sich neu Erfindens ist erst einmal ein „nicht wissendes Land“, in denen die Menschen tastend und vorsichtig den Erkenntnissen und Erfahrungen nähern, bis Licht am Ende des Tunnels erscheint und den Weg weist und Strukturen neu entstehen können. Für hochsensible Menschen ist die Krise mit Reizüberflutung verbunden. Der Verlust der Sicherheit, der Kontrolle und der Selbstbestimmung, kann existentielle Ängste hervorbringen und zu einem Gefühl des verloren seins, Macht- und Hilflosigkeit führen. Bei einigen hochsensiblen Menschen, werden zudem Kindheitsgefühle der Andersartigkeit, Trennung und fehlender Zugehörigkeit dadurch aktiviert. Sich darüber bewusst zu werden und den Kontakt zu sich und den anderen Menschen zu fühlen, führt zu der Rückbindung an sich selbst, an die eigene Kraft und Klarheit.   Präsenzübung „Hand aufs Herz“ Legen Sie ihre Hand aufs Herz und spüren Sie für 1 bis 3 Minuten die Kontaktfläche zwischen der Hand und Ihren Brustkorb.  Nehmen Sie die Körperempfindungen wahr: vielleicht Wärme oder Kälte, oder ein leichter Druck, oder Vibrationen etc.. Wenn Gedanken oder Gefühle, oder Geräusche von außen in Ihre Aufmerksamkeit vordringen, nehmen Sie das auch wahr und kommen Sie mit Ihre Aufmerksamkeit zurück zu den Körperempfindungen - es geht hier um das Spüren. „Wer inne hält, erhält inneren Halt“ sagte vor mehr als zweitausend Jahren Laotse.   Bleiben Sie verbunden Die Verbindung in der Gemeinschaft - schon der virtuelle Kontakt kann sehr hilfreich sein -, das Geben und Annehmen von Hilfe, die Menschlichkeit zu spüren, schmelzt die Erstarrung und verringert die Ängste. Im Kontakt spüren wir, dass wir nicht allein sind, jeder gibt Halt und bekommt Halt. Das ist genau das, was hochsensible Menschen können: Sie fühlen was die anderen fühlen, sie geben was gebraucht wird, sie können blitzschnell Lösungen für ungewöhnlichen Problemen finden. Gerade hochsensible Menschen können einen wertvollen Beitrag zu mehr Menschlichkeit, zurück zu einem Wir leisten. Es kann ein bereicherndes „zurück zu Wir “ sein. Zurück zu mehr Zeit für Beziehungen mit anderen Menschen, zu bewusstem Leben mit einer guten Balance zwischen Ich und Wir und zur Natur. Es sind die inneren Kräfte, die jeder in sich trägt und die uns geholfen haben, Naturkatastrophen, Kriege und Pandemien zu überleben und uns weiter zu entwickeln. Ja, wir bezahlen einen hohen Preis für unseren nächsten Entwicklungsschritt und genau jetzt haben wir die Chance als der Phoenix-Vogel aus der eigenen Asche in unsere neue Form geboren zu werden. Dr. Cristina Pohribneac. 20.03.2020In der jetzigen Phase der Krise, erleben wir einen Verlust der äußeren Sicherheit. Unsere Alltagsabläufe gaben uns Struktur und Effizienz. Gerade hochsensible Menschen sind davon besonders betroffen. Jeden Tag empfinden sie  eine subtile existentielle Bedrohung, die Gefühle von Unsicherheit, Ängste, Hilflosigkeit, und Ohnmacht auslösen. Diese Situation reaktiviert unbewusst frühere Krisen, oder traumatische Situationen, die von ähnlichen Gefühlen begleitet waren. Die Angst produziert eine Bewusstseinseinengung und Unklarheit, und verursacht inneres Chaos. Die alten Überlebensverhaltensmuster sind aktiv und dadurch basieren die Reaktionen auf das, was früher erlebt wurde. Um dies zu verändern, brauchen Menschen den  Wechsel von der Bewusstseinsverengung in ein offeneres Bewusstsein, aus dem „Gestern“ in das „Hier und Jetzt„. Dafür sind die Achtsamkeitsübungen sehr hilfreich. Hier sind ein 10 Tipps und Übungen die in Krisensituationen helfen: 1.Die Situation so annehmen wie sie ist und das Beste daraus machen. Das bedeutet objektiv, was ist zu akzeptieren, nach Lösungen zu suchen und aktiv Hilfe anzunehme Übungen:
    • Die Gefühle die sich zeigen, annehmen: Erlauben Sie sich, dass ihre Gefühle eine Berechtigung haben, obwohl Sie vielleicht gerne dagegen kämpfen würden. Meistens bekommen Sie dadurch die Möglichkeit, die Gefühle zu steuern und gut zu dosieren. Ein Bild hierzu: Stellen Sie sich vor,  das Sie auf einem Berg sitzen und die Gefühle im Tal wie ein großer Fels ist. Sie können sich nun entscheiden,  kurz in das Tal zu gehen, den äußersten Rand des Felsens zu fühlen und dann wieder auf dem Gipfel kommen und die Gefühle zu beobachten, oder die Aufmerksamkeit in andere Richtung zu fokussieren.
    • Wenn Gedanken oder Gefühle, welche die Vergangenheit oder die Zukunft betreffen, kommen, dann machen Sie sich dies bewusst und beobachten Sie diese mit Abstand, lassen Sie diese Gedanken und Gefühle los und kommen Sie in das Hier und Jetzt.
    • Wenn Sie auf eine Leiter steigen, reicht es immer die nächste Stufe im Blick zu haben und die ganze Aufmerksamkeit dorthin zu fokussieren. Zu viele Gefühle können überwältigend wirken. Es reicht, wenn Sie nur ab und zu die ganze Leiter anschauen.
    2.Im Hier und Jetzt zu sein. Um im Hier und Jetzt zu sein,  hilft es unsere Aufmerksamkeit für eins bis drei Minuten von unseren Gedanken oder Gefühlen zu unserem Körper oder Sinneswahrnehmungen zu lenke. Übungen:
    • Legen Sie bewusst eine Hand auf der Mitte des Brustkorbs und spüren Sie die Kontaktfläche zwischen Hand und Brustkorb für eins bis zwei Minuten. Was nehmen Sie wahr? Vielleicht ein Gefühl von Wärme, Kälte, Druck, Vibration oder ihre Kleidung unter ihrer Hand? Wenn die Aufmerksamkeit zu anderen Wahrnehmungen springt, wie zum Beispiel zu unseren Gedanken, unseren Gefühlen oder Geräusche von außen, dann sanft immer wieder die Aufmerksamkeit zu den Körperempfindungen bringen.
    • Nehmen Sie die Kontaktfläche von dem Stuhl, auf dem Sie sitzen wahr, spüren Sie die Füße auf dem Boden.
    • Spüren Sie die Atembewegungen in Ihrem Brustkorb, wie sich ihre Bauchdecke hebt und senkt.
    • Nun können Sie das Einatmen und Ausatmen von unten nach oben in drei bis sechs Schritten üben: Erst einmal in den Bauch, dann Brustkorb einatmen. Zählen Sie dabei von eins bis sechs. Die Zahlen können variiert werden, das Ausatmen ist immer doppelt so lang wie das Einatmen.
    • Wenn Sie Kaffee trinken, dann richten Sie bewusst für eine Minute die Sinneswahrnehmungen, die damit verbunden sind dorthin: Wie schmeckt die Kaffee, wie es riecht er, spüren Sie die Wärme in dem Bauch.
    • Symbolisch für all unseren Tätigkeiten ein weitere Übung: Schneiden Sie bewusst das Brot, spüren Sie die Oberfläche des Brotes in der Hand, hören Sie das Geräusch beim Schneiden…
    • Öffnen Sie das Fenster, nehmen Sie Ihre Umgebung mit allen Sinnen wahr.
    • Konzentrieren Sie sich auf eine Sache, zum Beispiel hören Sie ein Musikstück und machen Sie sonst nichts.
    • Führen Sie ein Gespräch in völliger Präsenz. Hören Sie aufmerksam zu, bleiben Sie bei ihrem Gegenüber, verlieren Sie sich nicht in Gedanken.
    Machen Sie sich kleine Erinnerungen, um die Übungen in den Alltag mit einzubinden. Das könnte ein akustisches Signal auf dem Handy sein, ein Zettel am Bildschirm ihres PCs. 3.Tages-/Wochen-struktur Strukturieren Sie ihre Aufgaben, die Sie erledigen müssen und schreiben Sie diese auf.  Es gibt ein Gefühl von Ordnung, Orientierung und Halt. 4.Ordnung Bringen Sie Ordnung in Ihre  Schublade, Schrank, Ordner, etc. machen: wenn wir Ordnung im außen machen, ordnen wir uns innerlich gleichzeitig. 5.Den Kontakt mit alarmierenden Infos reduzieren Schauen Sie sich Nachrichten nur einmal am Tag an, vermeiden Sie Katastrophenszenen und suchen Sie Kanäle mit Wissen, statt Meinungen. Gönnen Sie sich Pausen von den Medien und schauen Sie lieber Naturdokumentationen und Komödien, statt Dramas, Krimis und Horrorfilme. 6.Beginnen Sie den Tag mit etwas Schönem. Morgens nach dem Aufwachen, können Sie zum Beispiel eine schöne Musik hören, oder sehen Sie sich ein Foto aus dem letzten Urlaub an. Auch Fotos von Freunden, aus der Natur oder ein Visionsboard könnte ihre Gedanken auf das Positive richten. 7.Kontakt mit Menschen Eine Gemeinschaft, die Unterstützung und Verständnis zeigt, schafft Angst in Hoffnung zu verwandeln. Ein realistisches und positives Team findet leichter kreative Lösungen für Probleme. Falls sie bei der Arbeit Kontakt mit pessimistischen Kollegen haben müssen, erlauben sie sich, im Gespräch sich klar zu positionieren und objektive Ansichten einzubringen. Bleiben Sie bei sich. 8.Dankbarkeitstagesbuch Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit am Abend vor dem Schlafen auf das, wofür Sie dankbar sind: Freunde, Familie, Hilfe, schöne Situationen….schreiben Sie das auf und lesen Sie darin. 9.Selbstmitgefühl Wenn es Ihnen schlecht geht, dann legen Sie in einem Raum, wo Sie ungestört sind,  5 Minuten eine Hand aufs Herz uns spüren Sie den Kontakt zwischen Hand und Brustkorb. Schließen Sie Ihre Augen und sagen Sie: „Es ist ein schwieriger Moment für mich, ich erkenne das an. ich fühle mich angestrengt, ich habe Angst, etc.… Ich bin nicht allein mit meinem Leiden, auch anderen Menschen leiden jetzt in der Welt.“ Fühlen Sie einen Moment, was das bedeutet und fragen Sie sich: Was würde mir jetzt mein bester Freund/Freundin sagen? Vielleicht kommt ein Satz wie: „Es tut mir leid, dass du Angst hast, ich weiß, dass es schwer ist. Ich bin für dich da, wir stehen das zusammen durch.“ Wir halten unser Gefühl in unseren Atemfluß, wie in einer Schaukel, die zwischen ein- und ausatmen pendelt. Formulieren Sie ihre eigenen Worte … Am Ende vielleicht sagen Sie sich: „Möge ich mir selbst das Mitgefühl geben, das ich brauche. Möge ich mit mir zufrieden sein. Möge ich sicher und geborgen sein. Möge ich in Frieden sein. Möge ich stark sein. Mögen wir alle gesund und geborgen sein. Mögen wir alle stark und solidarisch sein. Mögen wir alle die Angst in Hoffnung verwandeln…“ 10.Selbstfürsorge Wenn Sie ihre Ressourcen kultivieren und die Tätigkeiten, die Kraft und Freude geben, regelmäßig pflegen, haben Sie mehr Widerstandskraft. Treffen Sie bewusst die Entscheidung, dass Sie sich wichtig sind und dass Sie gut für sich sorgen. Auch da gilt das Prinzip der Gemeinschaft: Zusammen können wir alles leichter machen.

    Cristina Pohribneac 22.03.2020

    "Wir haben gelernt zu leben mit Influenza, SARS, Ebola, Herzinfarkten, Suiziden, Karzinomen und so weiter. Wir können uns ermutigen, Halt geben, beistehen in unseren Ängsten und auch in der Krankheit, wenn wir uns nicht abkapseln, wenn wir das coronafreie Leben spüren, wertschätzen und leben. Lasst uns unser Herz und unsere Seele nicht vom Virus beherrschen, sondern geben wir ihm einen angemessenen Platz, was zugegeben nicht leicht ist, aber lasst es uns wenigstens versuchen. Am Ende sind wir Menschen, die (auch in der Gefahr) leben." - Dr. Joachim Galuska Um zum Nachdenken und Innehalten anzuregen, haben Dr. Joachim Galuska und seine Frau Uta Galuska sich durch den Kalligrafie-Meister und Poeten "Mitsuo Aida" inspirieren lassen und uns zwei Gedichte zur aktuellen Lage geschrieben.

    After all (Corona)

    In Verbundenheit mit Mitsuo Aida (1924 -1991, „we are only human after all“)

    Am Ende sind wir alle nur Menschen

    Am Ende sind wir alle nur Lebewesen

    Wir sind so verletzlich

    Wir sind so ängstlich

    Wir kämpfen ums Überleben

    Wir verlieren uns

    Wie können wir unsere Würde bewahren?

    Wie können wir wachsam sein?

    Wie können wir unser Herz offenhalten?

    Lasst uns innehalten

    atmen

    gemeinsam atmen

    uns gegenseitig halten

    Was ist Leben inmitten von Gefahr?

    Was ist Leben im Kranksein?

    Was ist Leben im Sterben?

    Am Ende sind wir alle nur Menschen, die leben.

    Joachim Galuska, 17.03.2020

       

    Atem ist der Welt entzündet.

    Atem ist der Welt entzündet.

    Und das Atmen stockt,

    ohne im Innehalten

    mit der Morgenröte aufzuwachen.

    Alles Vage

    Schnürt und bricht sich aus

    in einer Dämmerung,

    die sich schließen will,

    statt dem Frühling zu folgen,

    der Sterben und Leben

    als ein fließend Eines umarmt.

    Uta Galuska zum Coronavirus, 17.03.2020

    Unter den kuriosen Gedenktagen wird am 26.03.2020 der Tag „Erfinde deinen eigenen Feiertag“ gelistet. Wir finden, es müsste einen Tag der Einsamkeit geben. Was ist Einsamkeit? Einsamkeit ist ein gesellschaftliches Tabu. Einsamkeit trifft Menschen jedes Alters und in jeder Lebenssituation, und dennoch ist es kein Thema, über das man spricht. Wie würde ein einsamer Mensch das Gefühl der Einsamkeit beschreiben? Eine Antwort, die mir gegeben wurde, war: Es ist eine tiefe innere Leere, ein inneres Getrenntsein mit der schmerzhaften Sehnsucht, dem innigen Wunsch in Verbundenheit zu leben. Heike Edelmann-Lang beschreibt es im Blogbeitrag „Warum bin ich ganz allein?“ so: „Einsamkeit ist nichts, was man sich wünscht. Es ist nichts, was man forciert oder anstrebt. Es ist keine Auszeit, die man sich aussucht. Im Gegensatz zum bewussten Allein- oder „Für-sich-sein“, ist die Einsamkeit etwas durch und durch Negatives. Sie ist eine erzwungene Ruhe, eine Isolation, die uns weder glücklicher noch gelassener macht. Im Gegenteil: Einsamkeit schürt Unzufriedenheit, Niedergeschlagenheit, ja, sogar Verzweiflung! Einsamkeit kann uns psychisch und physisch krank machen.“ Wie kommt es zu Einsamkeit? Wenn wir aus unserem sozialen Umfeld gerissen werden, wenn wir von Eltern, Geschwister, Freunde, Kollegen und Nachbarn getrennt werden, ist das eine schmerzliche Trennung aber eher ein Alleinsein als Einsamkeit. Einsamkeit ist ein schleichender Prozess mit Aufgabe von Beziehungen oder Vernachlässigen von Kontakten, ohne die entstehende Lücke wieder zu schließen. Vielen fällt dies nicht auf, da meist zu einer Person Kontakt gehalten wird. Geht diese Person dann auch noch, zum Beispiel durch Wegzug, Trennung oder Todesfall oder hat diese Person dann einfach nur weniger Zeit durch eigene Familiengründung oder neuem Freundeskreis, dann kommt es zum Gefühl der Einsamkeit. Welche Folgen hat die Einsamkeit? Wenn das unfreiwillige Alleinsein zu lange dauert, kann es auch krank machen. Angststörungen und Depressionen sind bei einsamen Menschen deutlich häufiger. Umgekehrt bedeutet es auch, dass Menschen die durch Krankheit nicht mobil und isoliert sind, ein höheres Risiko haben einsam zu werden. Einsame Menschen entwickeln zum Teil ein zwanghaftes, irrationales Verhalten und entfremden sich von ihrem Umfeld. Weil sie sich der Lebenssituation ausgeliefert fühlen, werden sie immer pessimistischer und sehen manchmal keinen Sinn mehr in ihrem Leben. Was kann ich gegen Einsamkeit tun? Auch hier möchte ich auf den Artikel „Warum bin ich ganz allein?“ von Heike Edelmann-Lang verweisen: „Seine sozialen Fähigkeiten zu hegen und zu pflegen ist die ultimative „Waffe“ gegen die Einsamkeit. Wer sich nicht adäquat mitteilen und auf andere eingehen kann, bleibt leider oft allein. Im Grunde ist es so: Wer sich Freunde wünscht, muss lernen ein guter Freund zu sein – und zwar nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst! Am Anfang steht dabei die Selbstakzeptanz, die einem hilft, sich mehr zu wertschätzen und entsprechend auch unabhängiger von den Meinungen anderer zu machen. Wenn man ein positives oder zumindest neutrales Selbstbild entwickeln kann, kann man auch sein Umfeld (im wahrsten Sinne des Wortes) „besser“ wahrnehmen und unvoreingenommener auf andere Menschen zugehen.“ Weitere interessante Artikel: Einsamkeit hat viele Gesichter. Würdigen wir diese mit einem Tag der Einsamkeit, wie sehr ihr das?Wir trauern um den Benediktiner und Zen-Meister Willigis Jäger. Am 20. März 2020 verstarb er im Alter von 95 Jahre.

    Ich bin keine Materie, die eine spirituelle Erfahrung macht. Ich bin ein spirituelles Wesen, das diese menschliche Erfahrung macht. (Willigis Jäger)

    Willigis Jäger verkörperte eine konfessionsunabhängige zeitgenössische Spiritualität. Er war der Begründer des Benediktushofes in Holzkirchen bei Würzburg, einem Zentrum für Meditation und Achtsamkeit. Von japanischen wie auch von chinesischen Zenlinien wurde er als Zen- (chin. Chan-) Meister bestätigt. Als Gründer der Zenlinie „Leere Wolke“ und Erneuerer der abendländischen Kontemplation begleitet er weltweit zahlreiche Menschen auf ihrem spirituellen Weg. Mehrfach durften wir Willigis Jäger in Heiligenfeld willkommen heißen. In den Jahren 2003, 2006 und 2009 bereicherte er die Heiligenfelder Kongresse durch seine Vorträge „Spiritualität als Lebensqualität“, „Spiritualität und Entwicklung des Bewusstseins“ und „Die heilende Kraft unseres tiefsten Wesens“. Sein Requiem findet am Dienstag, den 24.03.20 um 14:00 Uhr statt. Die Abtei Münsterschwarzach überträgt die Messe für den Verstorbenen live auf der Webseite der Abtei. Ganz nach den Worten dieses großen spirituellen Lehrers möchten wir uns von ihm verabschieden: Das Leben endet nie. Im ewigen Gedenken, Akademie Heiligenfeld