Da war doch mal was - Ein heilsames Wochenende für Paare

„WIR – Da war doch mal was“ – Interview mit den Seminarreferenten Dr. Ulrich Jüdes und Anne Salow-Jüdes

Herr Dr. Jüdes, gemeinsam mit Frau Salow-Jüdes leiten Sie Ende September ein zweitägiges Seminar unter dem Titel „WIR – Da war doch mal was“.

Um was geht es in dem Seminar und wem empfehlen Sie die Teilnahme?

Dieses Seminar ist für alle, die schon einige Zeit als  Paar leben, egal ob mit oder ohne Beziehungsprobleme. Sowohl Paare in Krisen- und Entscheidungssituationen, die es aber noch einmal miteinander versuchen wollen, als auch Paare, die ihre Beziehung vertiefen möchten, können von der Teilnahme sehr profitieren.

Welches „Werkzeug“ bekommen die Paare mit dem Seminar an die Hand? Was sind die Maßnahmen?

Es kommen leider viele Paare erst kurz vor der Trennung in unsere Praxis mit der Vorstellung, dass man ihnen nur das richtige Werkzeug geben und Reparaturmaßnahmen durchführen müsse, um die Beziehung zu retten. Wir haben nicht diesen „Werkstatt-Ansatz“, sondern gehen davon aus, dass fast alle Paare einmal durch das „unordentliche Gefühl von Liebe“ (wie es der Philosoph Richard David Precht nennt) zueinander gefunden haben. Das Verliebtsein ist fast immer schon nach einem Jahr geschwunden, und später ist die erwachsene Liebe oft durch Alltagsanforderungen (Beruf, Haushalt, Kinder etc.) verschüttet worden. Viele Beziehungen existieren nur noch als materiell erfolgreiche Alltagsbewältigungegemeinschaften.

Dort setzen wir an und führen die Paare zurück zu ihrer Anfangsbegeisterung („Da war doch mal was! …). Wo ist die Liebe geblieben? Wir betrachten gemeinsam die Paarentwicklung aus einer beseelten und verschiedene Lebensbereiche integrierenden Perspektive. Wir schauen auf heilsame und unheilsame Paardynamiken und unterstützen die Paare darin, ihre ganz persönlichen Ressourcen zu pflegen, statt – wie es häufig der Fall ist – in ihrer sogenannten „Problemtrance“ zu versinken. Das belebt die Partner und damit auch die Beziehung. Wir zeigen „Wege aus der verkehrsberuhigten Zone“.

Niemand muss dabei seine Probleme in der Gruppe öffentlich ausbreiten, die Partner des Paares arbeiten meist miteinander. Nur über einige Themen gibt es einen Austausch mit anderen Teilnehmern, um leichter neue Ideen entwickeln zu können. Die Seminarleiter helfen, wenn es irgendwo festhakt.

Anders als der ehemalige Bundeskanzler Schmidt, der der Meinung war, wenn man Visionen hat, solle man einen Psychiater aufsuchen, sind wir der Meinung, als Paar braucht unbedingt man eine (nicht materiell definierte) Vision. Am letzten Tag unseres Seminares erarbeitet daher jedes Paar – aufbauend auf den vorhergehenden Schritten – seine eigene Paarvision.

Wie kann dies in den Alltag transferiert werden?

In diesem Seminar bieten wir einen ganzen Blumenstrauß von Übungen an. Jedes Paar nimmt etwas mit nach Hause, damit es sich immer wieder an die beim Seminar gegangenen Schritte erinnern und den aufgenommenen Faden der Paarentwicklung fortsetzen kann. Achtsamkeit und Kreativität sind dafür grundlegende Bedingungen, für die wir in der kurzen Zeit eines Wochenendes nur gemeinsam eine Basis schaffen können. Das Gelingen liegt danach allein in der Hand jedes einzelnen Paares. Wir bieten den Seminarteilnehmern aber an, dass sie sich bei Bedarf auch hinterher noch einmal an uns wenden können.

 

Weitere Informationen zum Seminar finden Sie hier.