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Hochsensibilität

Hochsensibilität

Im Anschluss an unser Symposium „Hochsensibilität in der Psychotherapie“ vom 18.03.2017 möchten wir Ihnen zwei Seminare der Akademie Heiligenfeld vorstellen, die sich mit dem Thema Hochsensibilität beschäftigen:

Hochsensible Persönlichkeit – Bin ich Hochbegabt oder zu empfindlich? Vielleicht einfach Hochsensibel

Was ist mit mir los? Es sind zu viele Reize, die mich ständig beeinflussen. Kann ich fühlen was du fühlst, wahrnehmen, was andere nicht merken, manchmal Sachen wissen bevor sie passieren? Ist das eine Krankheit, eine Gabe oder ein Persönlichkeitsmerkmal? Und wie gehe ich damit um? Wie kann ich meine Grenzen schützen und gleichzeitig meine Qualitäten hilfreich einsetzen? Mit Selbsterfahrungsübungen werden Sie in diesem Seminar allen Fragen pragmatisch auf den Grund gehen.

Seminarinhalte:

  • Bin ich hochsensibel? Und wenn ja, wie gehe ich damit um?
  • Wie kann ich mein Potenzial optimal einsetzen?

Zielgruppe:  Nach Lebensoptimierung suchende sensitive Interessenten, die Mut für Veränderung haben oder entwickeln möchten

Weitere Informationen zum Seminar.

Hochsensibilität

highly sensitive Person (HSP) / hoch sensible Personen

Jeder fünfte in Deutschland hat eine erhöhte Empfindsamkeit, was als ein Wesenszug und nicht als eine Störung oder Erkrankung zu verstehen ist. Der Begriff „highly sensitive person“ wurde in den 90er Jahren von der amerikanischen Psychologin Dr. Elaine Aron formuliert. Sie bemerkte bei einem Teil ihrer Patienten, welche wegen Depression, Angst, Panik und Trauma kamen, dass sie bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zeigten. Die moderne Hirn- und genetische Forschung hat festgestellt, dass auch 20 % der Kinder und Tiere hochsensible Wesen sind und betrachtet diesen Wesenszug als eine evolutionäre Entwicklung. In Situationen, in denen eine erhöhte Aufmerksamkeit hilfreich ist, haben die hochsensiblen Personen einen Vorzug.

Die hochsensiblen Personen nehmen Sachen in ihrer Umwelt wahr, welche andere Menschen nicht wahrnehmen können. Sie reagieren auf kleinste Veränderungen und verarbeiten aufgenommen Informationen tiefer und intensiver. Stellen Sie sich vor, dass Sie im Kino erst einmal einen Film aus der letzten Reihe anschauen und sich dann dieser Film plötzlich in eine 3-D-Film verändert, welchen Sie dann aus der ersten Reihe anschauen – so können Sie sich die Intensität der Wahrnehmung einer hochsensiblen Person vorstellen. Die hochsensiblen Personen wissen lange Zeit nicht, dass nur sie diese Wahrnehmungen haben, für sie ist das völlig normal.

Hochsensible Personen sind emotional viel stärker berührbar und sie fühlen Gefühle viel intensiver, sie haben ein hohes Einfühlungsvermögen (Empathie) und können spüren, was andere Menschen fühlen und was sie brauchen, manchmal bevor diejenigen es selbst spüren. Das kann auf der einen Seite eine Gabe sein, auf der anderen Seite kann das die anderen Menschen irritieren oder verwirren. In den glücklichen Fällen können die hochsensiblen Personen ihre Empathie in ihrem Beruf einsetzen. Sie entscheiden sich oft für soziale oder geistige Berufe (Erzieher, Lehrer, Ärzte, Therapeuten, Pflegende, etc.).

Die Reizschwelle liegt tiefer und kann schneller zu Reizüberflutung führen, wenn nicht genug Zeit und innere Bereitschaft für die Verarbeitung und Integration der Reize zur Verfügung stehen. Die Menschen „verbrennen“, und in dieser Zeit kann sich ein Burnout, eine Depression, eine Panik- und Angststörung oder auch eine psychosomatische Schmerzstörung entwickeln. Die hochsensiblen Personen brauchen eine gute Abschirmung und eine gute Balance zwischen Zeit und Kraft, welche sie nach außen geben und welche sie für sich nach innen investieren.

Modul 1:
Was ist Hochsensibilität?
In diesem Modul beleuchten wir die Persönlichkeit des Hochsensiblen (HSP)
Die hochsensiblen Personen und sein/ihr Körper, seine/ihre Gefühle, Gedanken, Wahrnehmungen
Stärken und Schwächen oder Stress und Resilienzverhalten bei hochsensiblen Personen
Spezifische Pathologie und Therapieformen
Von der Überforderung in die Kraft und bessere Abgrenzung
Praktische Übungen: Schulung der Wahrnehmung, Filtrieren von Reizen, Erdung und Zentrierung

Modul 2:
Die Biografie der HSP verstehen und transformieren
Charakteristika der Kindheit: Überforderung durch Reizüberflutung, Einsamkeit, Verletzungen (Mobbing), Selbstwertminderung, Schüchternheit, etc. verstehen
Die HSP und seine/ihre Beziehungen
Die HSP und seine/ihre Arbeit
Ressourcen erkennen und einsetzen
Therapeutische Methoden, um Schatten zu transformieren und zu integrieren

Modul 3:
Die Kraft der Hochsensibilität ins Leben bringen
Was braucht die HSP für ein erfülltes Leben?
Die HSP und seine/ihre Beziehung zu sich selbst
Wie und wo können die HSP optimal ihre Qualitäten einsetzen (Verarbeitungstiefe der Informationen, Empathie, Wahrnehmung für subtile Reize, Kreativität)
Die Bedeutung der Spiritualität für die HSP und der Umgang mit spirituellen Krisen
Supervision für Praxisfälle

Zielgruppe:
Psychotherapeuten, Ärzte, Psychologen und andere therapeutische Berufsgruppen mit abgeschlossener Psychotherapieausbildung und gesetzlicher Erlaubnis zur Ausübung der Psychotherapie

Anerkennung:
Fortbildungspunkte werden bei der Psychotherapeutenkammer Bayern beantragt und auch für das ärztliche Fortbildungszertifikat anerkannt.

Weitere Informationen zum Seminar.

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